Materialien zum Werk von Karl Kraus

Karl Kraus zum fünfzigsten Geburtstag

Zum fünfzigsten Geburtstag von Karl Kraus erschien in der Zeitung Das Tribunal. Internationale Justiz- und Kriminal-Zeitung am 2. Mai 1924 der Artikel Der Fackelträger. Harald Stockhammer hat diesen Artikel eingescannt und freundlicherweise zur als PDF-Datei Verfügung gestellt.
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Zur Fackel Nr. 766–770

Am 15. Juli 1927 demonstrierten sozialdemokratische Arbeiterverbände vor dem Wiener Justizpalast. Im Verlauf der eskalierenden Demonstration zündeten die Demonstranten den Wiener Justizpalast an, der Polizeipräsident Johannes Schober bewaffnete die Wiener Polizei mit Gewehren aus Heeresbeständen und ließ in die unbewaffnete Menge schießen. Karl Kraus reagierte auf die Ereignisse mit einer Plakataktion, in der er Johannes Schober zum Rücktritt aufforderte. In der Fackel 766–770 dokumentierte und kommentierte er den »Horror des Blutregententums vom 15. Juli« und »die Verwandlung Wiens in eine Nadererhölle« mit seinem großen Aufsatz Der Hort der Republik. – Harad Stockhammer hat mir den Scan einer »Postkarte mit Portraits der Opfer des 15. Juli 1927 (Justizpalastbrand)« zur Veröffentlichung geschickt.
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»Extraausgabee –!«

Kraus lässt Die letzten Tage der Menschheit mit einem Zeitungsausrufer beginnen, der am Ringstraßenkorso eine »Extraausgabe – !« anpreist, die es zu diesem Zeitpunkt (28. Juni 1914) noch nicht gegeben haben kann. Bis zum 11. August 1914 durften Extraausgaben nur an bestimmten, gekennzeichneten Stellen verkauft werden. Der Verkauf durch Kolporteure (wie Kraus sie darstellt) war bis zu diesem Zeitpunkt verboten. Da Karl Kraus vom 13. Juli bis zum 8. August nicht in Wien war, müssen diese Zeitungsausrufer für ihn eine neue Erfahrung gewesen sein, die er für sein Schauspiel ein wenig vordatierte. Harald Stockhammer hat eine Zusammenstellung zu den rechtlichen Grundlagen des Kolportageverkaufs von Extraausgaben zum Download bereit gestellt.
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