›Ardistan und Dschinnistan‹ als Hörspiel

30. April 2017, 14.08 Uhr

Beim BR widmet man dem Spätwerk Karl Mays ein neues Hörspielprojekt, bestehend aus einer Lesung von Mays Augsburger Vortrag aus dem Jahr 1909 (gelesen von Peter Fricke) und einem vierteiligen Hörspiel zum seltsamen Alterswerk ›Ardistan und Dschinnistan‹. Alle Teile können nach der Ausstrahlung aus dem Hörspielpool des BR als MP3 geladen werden:

Sitara Seelenland (30.4.2017)

Sitara – Land der Sternenblumen
Teil I: Lichte Höhen (7.5.2017)
Teil II: Insel der Heiden (8.5.2017)
Teil III: Stadt der Toten (14.5.2017)
Teil IV: Marah Durimeh (15.5.2017)

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Ueber den Henrysstutzen des Hrn. D. Karl May

18. April 2017, 17.45 Uhr

Jos. Br. Ueber den Henrysstutzen des Hrn. Dr. Karl May Folgendes: Der berühmte Mechanicus Henry in St. Louis construirte ein Repetirgewehr, dessen Schloß aus einer sich excentrisch bewegenden Kugel bestand, in deren Löcher 25 Patronen Platz fanden. May hatte es zu prüfen, erklärte es für ein Unicum, machte aber darauf aufmerksam, daß, falls es in vielen Exemplaren hergestellt und verkauft werde, eine rapide Ausrottung der Indianer und des Wildes die unausbleibliche Folge sei. Daraufhin entschloß sich Henry, ein alter aber braver Sonderling, nur zwölf Stück anzufertigen, welche er, allerdings zu äußerst hohen Preisen, an zwölf berühmte Westmänner verkaufte. Elf von ihnen wurden im Laufe der Jahre »ausgelöscht«; sie verschwanden im wilden Westen und ihre Gewehre mit ihnen. May ist der einzige, welcher noch lebt, und sein Stutzen der einzige, welcher noch existiert. Man hat ihm sehr hohe Summen für denselben geboten, er verkauft ihn aber nicht und gewährt auch keinem Menschen Einblick in die Construction desselben. – – Ihr Wunsch kann also leider nicht erfüllt werden. Uebrigens hat dieser Henrystutzen nichts gemein mit anderen Gewehren, welche ähnliche Namen tragen.

Aus dem ›Allgemeinen Briefkasten‹ des ›Deutschen Hausschatz‹
(18. Jahrgang 1891/92, Nr. 25, S. 400)

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Journalisten betriegen …

17. April 2017, 8.58 Uhr

Journalisten betriegen 1) Wenn sie aus Respect oder Liebe gegen den Auctorem an Büchern / welche von ihnen recensiret und censiret werden / dasjenige / was zu tadeln ist / nicht gebührend anmercken / sondern stillschweigend übergehen. 2) Wenn sie an den Büchern / sonderlich derejenigen Gehlerten welche in Republica Litteraria eine Figur machen, alles ohne Unterscheid mit vielen Lobsprüchen erheben / und das Quandoque etiam magnus dormitat Homerus auf die Seite setzen. 3) Wenn sie nach dem verschiedenen Affect der Liebe und des Hasses ihre BücherCensuren abmessen / und diejenige / deren Auctoribus sie wohl wollen, bestens recommendiren / diejenigen aber, deren Verfassere sie gehäßig sind, ohne Ursach tadeln, oder durchhecheln. 4) Wenn sie in ihren Censuren dem Auctori eines Buches allerhand paradoxe Meynungen / welche ihnen offt niemahls in Sinn kommen / andichten / und dazu einige Stellen aus ihren Schrifften zusammen klauben, und ohne Connexion anführen. 5) Wenn sie nur diejenigen Bücher / welche die Verlegere ihres Journals drucken lassen, mit vielen Lobsprüchen recensiren, anderer Verlags-Bücher aber entweder gar nicht oder doch mit schlechtem Lob, welches solche doch vielleicht besser verdienet / gedencken. 6) Wenn sie ihre eigene Bücher recensiren, und dieselbe als ohn entbehrlich der gelehrten Welt anpreisen.

Mittel: Daß man die Journale oder Monaths-Schrifften durch einen Gelehrten und unpartheyischen Mann genau censiren und von unbilligen Anzüglichkeiten saubern lasse.

Georg Paul Hönn, ›Betrugs-Lexikon worinnen die meisten Betrügereyen in allen Ständen nebst denen darwieder guten Theils dienenden Mitteln entdecket werden‹
(Dritte Edition, Coburg: Paul Günther Pfotenhauer und Sohn, 1724)

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Das einzig Reelle

5. März 2017, 19.28 Uhr

Es kann auch an meiner augenblicklichen Stimmung liegen, mir kommt aber immer vor, wenn man von Schriften, wie von Handlungen, nicht mit einer liebevollen Theilnahme, nicht mit einem gewissen parteiischen Enthusiasmus spricht, so bleibt so wenig daran, daß es der Rede gar nicht werth ist. Lust, Freude, Theilnahme an den Dingen ist das einzige Reelle, und was wieder Realität hervorbringt; alles andere ist eitel und vereitelt nur.

Goethe an Schiller, 14. Juni 1796

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Facebook (Symbolbild)

5. März 2017, 16.38 Uhr

Facebook auto. Erinnerung

Kleiner Nachtrag: Ich hab den Screenshot auch bei Twitter gepostet, und auch hier zeigen sich die Algorithmen in Bestlaune:

Twitter Screenshot

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Bargfeld

1. März 2017, 21.37 Uhr

Schmidts Haus in Bargfeld, vom Gelände der Schmidt Stiftung aus fotografiert

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Was Karl May zu seinem 70. Geburtstag gegessen hat

25. Februar 2017, 13.40 Uhr

Am 25. Februar 1912 feierte Karl May seinen 70. und letzten Geburtstag. Und das war das Geburtstagsmenü:

  1. Eine delikate Einlaufsuppe gewürzt
  2. Karpfen blau mit Rémouladensauce
  3. Rehbraten mit saurer Sahne
  4. Holsteiner Schnitzel mit Zitrone von märchenhaften Umfang
  5. Pudding mit Himbeersaft
  6. Erdbeer-, Stachelbeer- und Himbeerkompot[t]
  7. Butterbrote mit Käse und Sardelle u. Ei
  8. Drei Sorten Liköre von traumhafter Farbe
  9. Enzianschnaps
  10. Starkbier, Kulmbacher
  11. Bohnenkaffee mit Erdbeertorte und Schlagsahne
  12. Stonsdorfer und eine Kiste echte Havanna ad libitum mit roter Bauchbinde

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Wegwerfadressen mit Google Mail

24. Februar 2017, 15.45 Uhr

Ob Newsletter, Gewinnspiel oder kostenloser Download – es gibt viele Fälle im Internetalltag, bei denen man eine E-Mail-Adresse hinterlegen muss, um an die gewünschten Dateien oder Dienstleistung zu kommen. Nun kann man da natürlich seine eigene Adresse eintragen, läuft dann aber Gefahr, in der Folge zugespammt zu werden. Hier empfiehlt sich der Einsatz einer Wegwerfadresse, die nur für diesen einen Zweck benutzt und anschließend gelöscht wird. Google-Nutzer sind da fein raus, denn Google Mail bietet eine sehr einfache und universell einzusetzende Lösung für beliebig viele Wegwerfadressen: Man hängt an seinen Account-Namen einfach ein +, gefolgt von beliebigen Text. Alle Mails, die an diese Adresse geschickt werden, landen ganz normal im Posteingang. Wählt man als Text etwa den Namen des Anbieters, bei dem man diese Adresse benutzt hat, kann man sehr genau verfolgen, welche Mails in der Folge über diesen Anbieter kommen und ob er die Adresse etwa an Spamversender weitergegeben hat. Dazu ein simples Beispiel.

Meine Gmail-Adresse lautet giesbert@gmail.com. Möchte ich nun bei einem Gewinnspiel teilnehmen, ohne meine Hauptadresse preiszugeben, kann ich als Mail-Adresse etwa giesbert+gewinnspiel@gmail.com eintragen. Nach dem Gewinnspiel kann ich einen Filter bei Gmail anlegen, der alle Mails an giesbert+gewinnspiel@gmail.com wegsortiert oder auch gleich löscht.

Kleiner Haken: Natürlich kann ein Anbieter aus den so generierten Adressen ganz einfach auf die originale Adresse schließen, völlige Sicherheit vor dem Missbrauch der Mail-Adresse ist damit also nicht gegeben.

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»Dieser so plötzlich so verheerende Lärm …«

21. Februar 2017, 15.30 Uhr

Dieser so plötzlich so verheerende Lärm: ist er denn lauter als früher? Wieso ist er derart laut? Bedeutet er mehr als der tägliche Radau, wie schießlustige Schnösel, die in ihr Gebrabbel soviel Polit-Rhabarber aufgenommen haben, daß die Kollegen vom Fernsehen sie alsbald als »militante Gruppe« respektieren, unter Freiheitsgeschrei über die Weltbühne stürzen? Ein allgemeines Auge-um-Auge, ist plötzlich darin aufgetaucht, das man längst unter den archaischen Redensarten abgelegt glaubte; man hört die Wörter »Rache«, »Strafe«, »Vergeltung« durch alle Gassen schwirren und auf allen Datenautobahnen entlangrasen und sieht am hellichten Tag mit an, wie das Neanderthal seine Brückenköpfe ausbaut. Auf einmal hat die öffentliche Rede ein Zackzack bekommen, das wie aus dem Ghetto ältlicher Frontkämpfertreffen ausgebrochen wirkt.

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iPhone und iPad ohne Apple-ID nutzen

18. Februar 2017, 18.02 Uhr

Mitunter stößt man auf die Behauptung, iPhone und iPad ließen sich ohne Apple-ID nicht benutzen. Das ist – auch wenn es eigentlich seriöse Fachmagazine wie die c’t behaupten (Heft 5/2017, S. 80) – schlicht falsch. Ohne Apple-ID kann man zwar keine zusätzlichen Apps installieren und auf FaceTime oder iMessage muss man auch verzichten – aber die Grundfunktionen wie Safari, Mail, Erinnerungen, Kalender, Kontakte, Karten, Kamera, Fotos oder Telefon sind natürlich auch ohne Apple-ID verfügbar. Während der Inbtriebnahme von iPhone/iPad wird man zwar aufgefordert, eine Apple-ID einzugeben bzw. anzulegen – aber hier findet sich auch die Option, die Einrichtung ohne Apple-ID fortzusetzen.

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