22. Mai 2013, 17.35 Uhr | Giesbert Damaschke
Das wurde aber auch Zeit: Der Gutenberg ePub Generator setzt die beim deutschen Projekt Gutenberg-DE zerstückelten Texte nicht nur schön zusammen, sondern wandeln sie auch gleich in ePub-Dateien um. Der Generator ist noch im Beta-Stadium, die Ergebnisse können nach ersten Test allerdings durchaus überzeugen. Schlimmstenfalls kann man ja noch selbst Hand anlegen und kleinere Fehler manuell beseitigen. Hauptsache, man muss nicht jeden Roman kapitelweise kopieren und zusammenkleben.
Allerdings frage ich mich, wie eigentlich die rechtliche Seite aussieht. Klar, die Text selbst sind gemeinfrei. Aber die muss ja jemand erfassen und für die Webseite aufbereiten. Ob man die einfach so abgreifen darf? Nicht, dass mich diese Frage sonderlich beschäftigt. Aber interessieren würde mich das schon.
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13. April 2013, 17.46 Uhr | Giesbert Damaschke
Kommentarspam ist die Pest, die einem den Spaß am Bloggen nachhaltig verleiden kann. Hier in den Notizen ist allerdings alles ruhig, hier schlagen pro Tag maximal 20 Spams auf, meistens sehr viel weniger. So sieht das von Antispam Bee gestoppte Spamaufkommen der letzten 30 Tage aus:

Aber beim Briefwechsel Schiller/Goethe stellt sich Sache anders dar. Ganz anders. Mehrere hundert Spams pro Tag sind da keine Seltenheit. Einen deutlichen Peak gab es am 12. April. An dem Tag stoppte Antispam Bee satte 3.617 Spam-Kommentare:

Noch wilder treiben und trieben es die Spammer beim insideMac-Blog. Hier wird häufiger die 1.000er-Grenze geknackt. Und am 12. April schlugen sogar 4.313 Spams auf:

Glücklicherweise habe ich davon überhaupt nichts mitbekommen und es erst jetzt, im Zuge diverser Update-Arbeiten an den Blogs, gemerkt.
Danke, Antispam Bee!
Nebenbei: Antispam Bee habe ich am 26. April 2012 installiert. Seither hat dieses überaus nützliche Tool in den Notiz 9.834 Spams gestoppt, beim Briefwechsel 23.666 und bei insideMac-Blog sogar 37.576.
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13. April 2013, 14.01 Uhr | Giesbert Damaschke
Aktuell läuft ein Botnet-Angriff auf WordPress-Installationen:
Ziel des Botnet ist es offenbar, das Administrations-Passwort durch eine Wörterbuch-Attacke zu ermitteln und dann eine Backdoor auf dem System zu installieren
Das habe ich zum Anlass genommen, Frank Herbergs Einfache Tipps gegen WordPress-Piraten zu beherzigen. Der wohl wichtigste und auch von technisch wenig versierten Anwendern umsetzbare Tipp: Einen zweiten Benutzer-Account mit Admin-Rechten (und starkem Passwort) einrichten und den Standard-User „admin“ zum Abonennten degradieren. Damit laufen die automatisierten Angriffe auf den Admin-Account schon mal ins Leere.
Sowohl der Name des neuen Admins als auch das Passwort sind ein zufälliger Zeichenmix, den ich mir selbst nicht merken kann, aber dafür gibt es ja 1Password. Leider akzeptiert WordPress keine Benutzernamen wie etwa U[.23=r7V, so dass man sich mit einem verwurschtelten Zeichensalat begnügen muss. Damit der Login-Name nicht im Posting angezeigt und damit der Schutzeffekt hinfällig wird, muss man natürlich darauf achten, im Benutzer-Profil den öffentlichen Namen entsprechend zu ändern.
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14. Februar 2013, 16.11 Uhr | Giesbert Damaschke
Die Schriftgröße beim Kindle Paperwhite lässt sich (wie von anderen Touchscreens gewöhnt) durch einen „Pinch“-Geste verändern. Zieht man zwei Finger auf dem Display zusammen/auseinander, wird die Schrift um eine Stufe verkleinert/vergrößert. Die Änderung wird allerdings nicht sofort aktiv, zuerst erscheint für ein paar Sekunden ein Menü, über das man eine andere Schriftgröße geziehlt auswählen kann. Wartet man ein wenig ab, wird die Geste ausgeführt:

Die Schriftröße lässt sich jederzeit ohne Umweg über das Schriftenmenü einstellen.
Für den Zugriff auf das volle Schriftenmenü beim Kindle Paperwhite muss allerdings das Menü durch einen Tipp in den oberen Bildschirmbereich aufgerufen werden:

Im Schriftenmenü lässt sich nicht nur die Größe, sondern auch die Schriftart und der Abstand festlegen.
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10. Februar 2013, 14.07 Uhr | Giesbert Damaschke
Die Benennung von Servern in einem Netzwerk ist eine häufig langweilige Aufgabe. Besonders dann, wenn es viele Server sind. Das hat sich wohl auch Ryan Werber gedacht. Und sich etwas einfallen lassen, das man erst zu sehen bekommt, wenn man einen Traceroute zur Adresse 216.81.59.173 startet. Dann erhält man ungefähr diese Anzeige:
„Traceroute“ wurde gestartet …
traceroute to 216.81.59.173 (216.81.59.173), 64 hops max, 72 byte packets
[…]
13 episode.iv (206.214.251.1) […]
14 a.new.hope (206.214.251.6) […]
15 it.is.a.period.of.civil.war (206.214.251.9) […]
16 rebel.spaceships (206.214.251.14) […]
17 striking.from.a.hidden.base (206.214.251.17) […]
18 have.won.their.first.victory (206.214.251.22) […]
19 against.the.evil.galactic.empire (206.214.251.25) […]
20 during.the.battle (206.214.251.30) […]
21 rebel.spies.managed (206.214.251.33) […]
22 to.steal.secret.plans (206.214.251.38) […]
23 to.the.empires.ultimate.weapon (206.214.251.41) […]
24 the.death.star (206.214.251.46) […]
25 an.armored.space.station (206.214.251.49) […]
26 with.enough.power.to (206.214.251.54) […]
27 destroy.an.entire.planet (206.214.251.57) […]
28 pursued.by.the.empires (206.214.251.62) […]
29 sinister.agents (206.214.251.65) […]
30 princess.leia.races.home (206.214.251.70) […]
31 aboard.her.starship (206.214.251.73) […]
32 custodian.of.the.stolen.plans (206.214.251.78) […]
33 that.can.save.her (206.214.251.81) […]
34 people.and.restore (206.214.251.86) […]
35 freedom.to.the.galaxy (206.214.251.89) […]
36 0-------------------0 (206.214.251.94) […]
37 0------------------0 (206.214.251.97) […]
38 0-----------------0 (206.214.251.102) […]
39 0----------------0 (206.214.251.105) […]
40 0---------------0 (206.214.251.110) […]
41 0--------------0 (206.214.251.113) […]
42 0-------------0 (206.214.251.118) […]
43 0------------0 (206.214.251.121) […]
44 0-----------0 (206.214.251.126) […]
45 0----------0 (206.214.251.129) […]
46 0---------0 (206.214.251.134) […]
47 0--------0 (206.214.251.137) […]
48 0-------0 (206.214.251.142) […]
49 0------0 (206.214.251.145) […]
50 0-----0 (206.214.251.150) […]
51 0----0 (206.214.251.153) […]
52 0---0 (206.214.251.158) […]
53 0--0 (206.214.251.161) […]
54 0-0 (206.214.251.166) […]
55 00 (206.214.251.169) […]
56 i (206.214.251.174) […]
57 by.ryan.werber (206.214.251.177) […]
58 when.ccies.get.bored (206.214.251.182) […]
59 read.more.at.beaglenetworks.net (206.214.251.185) […]
60 fin (216.81.59.173) […]
CCIE ist übrigens die Abkürzung für Cisco Certified Internetwork Expert.
Ryan Werber liefert bei Tumblr Hintergründe zur Konfiguration.
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20. Januar 2013, 19.25 Uhr | Giesbert Damaschke
Zum 200. GeburtsTodestag von Christoph Martin Wieland: Eine kleine Übersicht über sein Werk in digitaler Form im Internet. Aufgenommen werden lediglich Fassungen, die sich problemlos auf Kindle & Co lesen oder für diese Reader konvertieren lassen. PDF-Scans seiner Bücher bei Google Books oder der Digitalen Bibliothek werden nicht verzeichnet.
Bei Mobilread gibt es eine Reihe seiner Texte als ePub:
Beim amerikanischen Project Gutenberg finden sich neben „Agathon“ und „Oberon“ auch 15 seiner Shakespeare-Übersetzungen. Die Texte liegen in verschiedenen Formaten vor.
Das deutsche Projekt Gutenberg bietet eine umfangreiche Auswahl. Allerdings muss man sich die Texte hier recht mühsam selbst zusammenkopieren und für seinen Reader aufbereiten. Ähnliches gilt für Zeno.org.
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13. Januar 2013, 18.09 Uhr | Giesbert Damaschke
„Computer, what is the mist I’m seeing?“
Dr. Beverly Crusher, Remember me
„Computer, was ist das für ein Mist, den ich da sehe?“
Dr. Beverly Crusher, Das Experiment
Die letzte Mist-Folge stammt vom Oktober 2010. Höchste Zeit, die Reihe mit Notizen zum spezifischen Elend deutscher Verleihtitel ausländischer Filme fortzusetzen. Den Anfang macht ein kleines Special zu Alfred Hitchcock. „Stage Fright“ / „Die rote Lola“ wurde bereits in Mist (2) gewürdigt, aber das ist natürlich nur die Spitze des Eisbergs aus Dämlichkeiten.
* * *
Die Filme vom Meister der Suspense haben hierzulande mitunter ein schweres Schicksal. Nehmen wir etwa Notorious (1946), in dem Cary Grant Nazis in Südamerika jagt. Dergleichen wollte man dem deutschen Publikum natürlich nicht zumuten, also wurde der Film nicht einfach nur geschnitten, sondern ummontiert und de facto umgeschrieben (was zu besonders grotesken Verzerrungen führte). Aus den Nazi wurden Rauschgiftschmuggler und der Filmtitel wurde entsprechend angepasst – der Film kam als „Weißes Gift“ in die Kinos. Erst 1969 sorgte das ZDF dafür, dass der Film komplett neu synchronisiert und endlich als „Berüchtigt“ ausgestrahlt wurde – da schimpfe mal noch einer über das öffentlich-rechtliche Fernsehen!
* * *
Auch dem Foreign Correspondent (1940) ging es ähnlich. Er kam zuerst 1961 in die Kinos – von 115 auf 98 Minuten geschnitten, verfälscht und unter dem albernen Titel „Mord“. Auch hier erwies sich das Fernsehen als Ehrenretter: 1986 strahlte das ZDF den Film ungeschnitten und unter dem korrekten Titel „Der Auslandskorrespondent“ aus. D. h. – korrekt wäre wohl „Auslandskorrespondent“ gewesen, ohne Artikel. Aber das sind wir mal nicht so.
* * *
Stichwort „Mord“: Was den deutschen Titel des Foreign Correspondent so verwirrend macht – es gibt einen Film von Hitchcock, bei dem diese Übersetzung fast richtig gewesen wäre: Murder! von 1930. Auch dieser Film war nicht ohne Übersetzerunfall zu sehen, nämlich als „Mord – Sir John greift ein“. Übrigens erst 1985 und als TV-Ausstrahlung. Was das Lob des öffentlich-rechtlichen Fernsehens doch wieder ein wenig einschränkt.
* * *
Etwas mehr Glück hatte da Saboteur aus dem Jahr 1942. Hier gab sich die Synchronisation erstaunlich zurückhaltend, konnte auf Duftmarkierungen aber nicht ganz verzichten. Aus dem einzelnen Saboteur wurden hierzulande gleich mehrere „Saboteure“.
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Überhaupt scheinen die deutschen Titeltexter Singular und Plural zu verwirren. Aus den Strangers on a train (1951) wurde hierzulande „Der Fremde im Zug“. Ärgerlich, aber immer noch ein Glücksfall. Denn ursprünglich kam der Film unter dem vollends bescheuerten Titel „Verschwörung im Nordexpress“ in die deutschen Kinos.
* * *
Mit sehr kurzen Titeln scheint man hierzulande auch so seine Schwierigkeiten zu haben. Vielleicht gelten sie den deutschen Titeltextern als zu nichtssagend, als dass man sie dem deutschen Publikum zumuten möchte, dem man ja immer schön vorkauen muss, worum es in einem Film überhaupt geht. Und so kam Spellbound (1940) mit dem schwülstigen Titel „Ich kämpfe um Dich“ in die Kinos, aus dem schlichten Rope (1948) wurde ein „Cocktail für eine Leiche“, Vertigo musste partout „Aus dem Reich der Toten“ heißen und I confess (1953) kam zwar hierzuland durchaus auch als „Ich beichte“, aber auch als „Ich gestehe“ und gar als „Zum Schweigen verurteilt“ heraus.
* * *
Warum Rich and strange (1931) hierzulande als „Endlich sind wir reich“ firmiert, bleibt wohl auf immer das Geheimnis des deutschen Verleihs. Was vielleicht auch gut ist. Immerhin, die Amerikaner mochten den Titel auch nicht und griffen lieber zu „East of Shanghai“. Je nun.
* * *
Wer sich immer schon gefragt hat, wer eigentlich „Der unsichtbare Dritte“ sein soll – vermutlich der erfundene „George Kaplan“, aber das ist doch allenfalls ein unsichtbarer Zweiter –, kann beruhigt sein. Von einem unsichtbaren Dritten weiß der Titel im Original nämlich nichts, dort heißt er schlicht North by Northwest (1959), was sich ungefähr mit „Nord-Nordwest“ übersetzen lässt (auch wenn es sich hier nicht um eine korrekte Kompassrichtung handelt, die heißen „Northwest by North“ bzw. „North-Northwest“). Ok, das ist vielleicht ein wenig irritierend – aber das gilt für den Originaltitel auch. Generell meint der Titel wohl die ungefähre Himmelsrichtung, in die sich die Handlung verlagert. Zum Mount Rushmore fliegt man gegen Ende dann natürlich mit Northwest Airlines. Wenn ich das in der IMDB übrigens richtig sehe, haben sich auch andere Länder mit diesem eher abstrakten Titel schwer getan. Eine kleine Auswahl: „Im Schatten der riesigen Vier“ (Griechenland), „Internationale Intrige“ (Italien), „In der letzten Minute“ (Schweden) oder „Mit dem Tod auf den Fersen“ (Spanien) oder schlicht „Fahndung“ (Dänemerk).
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26. Dezember 2012, 17.12 Uhr | Giesbert Damaschke
Beim Umstieg vom Kindle 4 auf den Kindle Paperwhite tat sich ein kleines Problem auf. Auf meinem Kindle 4 habe ich gut 300 Bücher, fein säuberlich in verschiedene Sammlungen sortiert. Die Bücher stammen überwiegend von den DVDs/CDs der Digitalen Bibliothek, einige auch von Mobilread, ein paar aus dem iBookstore von Apple und eine Handvoll habe ich bei Amazon gekauft/geladen.
Die Bücher auf den Kindle Paperwhite zu bekommen, ist dank Calibre – ein eigentlich grauenhaftes Programm, das aber seinen Job erledigt – kein Problem. Aber was ist mit den Sammlungen?
Dass man Sammlungen synchronisieren kann, wusste ich – aber ich wusste nicht, ob das auch mit Büchern geht, die nicht in der Amazon Wolke liegen. Antwort: es geht.
Zuerst habe ich meinen Kindle 4 mit Amazon synchronisiert, damit alle Sammlungen auf dem aktuellen Stand sind. Anschließend habe ich via Calibre meinen gesamten Buchbestand auf den Kindle Paperwhite geschoben.
Danach musste ich ein wenig suchen, wo Amazon den Menüpunkt zum Synchronisieren der Sammlungen versteckt hat. Um Ihnen die Suche zu ersparen: Tippen Sie auf der Startseite auf „Cloud“, anschließend auf das Listensymbol oben rechts. Hier finden Sie nun den Punkt „Sammlungen importieren“.
Danach wurden die Sammlungen importiert – und alle meine Bücher fanden sich in den Sammlungen wieder, in die ich sie in mühevollster Kleinarbeit auf dem Kindle 4 sortiert hatte.
Einziges Manko: Alle Bücher sind als „Neu“ markiert. Aber damit kann ich leben.
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25. Dezember 2012, 12.15 Uhr | Giesbert Damaschke
1. Werbung ausschalten
Standardmäßig zeigt der Kindle Paperwhite auf seiner Startseite in der Coveransicht „Aktuelle Empfehlungen“, also Werbung an. Die lässt sich glücklicherweise ausschalten. Dazu ruft man mit einem Tipp in den oberen Bereich das Menü auf, tippt hier auf das Listensymbol oben rechts und wählt dort „Einstellungen > Geräteoptionen > Persönliche Einstellungen“. Hier kann man über einen Schalter „Empfohlene Inhalte“ ausschalten.

2. Screenshots
Bei Mac OS X Hints bin ich über einen Hinweis gestolpert, wie man Screenshots mit dem Kindle Paperwhite erzeugt: Man tippt gleichzeitig in die obere rechte und untere linke Ecke. Der Bildschirm blitzt einmal kurz auf. Die Screenshots liegen im PNG-Format (zusammen mit einer Textdatei, die diverse technische Informationen enthält) im Root-Verzeichnis des Kindle.
3. Fortschrittsanzeige wechseln
Um bei der Anzeige zwischen Lesedauer und Position zu wechseln, muss man nicht den Umweg über das Menü gehen, es genügt ein Tipp links unten auf die Anzeige.
4. Fortschrittsanzeige zurücksetzen
Für die Ermittlung der Lesedauer analysiert der Kindle das Lesetempo. Dabei wird das Gerät bei gleichmäßiger Benutzung immer präziser, gerät aber ein wenig aus dem Tritt, wenn Sie relativ häufig vor und zurück blättern. In diesem Fall empfiehlt es sich, die Berechnung komplett zurückzusetzen. Wie das geht, hat Kindle-Spezialist Matthias Matting verraten: Man sucht nach „;ReadingTimeReset“ (inklusive Semikolon).

Es wird kein Treffer gefunden, aber der Lesefortschritt wird zurückgesetzt und es erscheint die Anzeige „Lesegeschwindigkeit wird ermittelt…“:

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24. Dezember 2012, 17.51 Uhr | Giesbert Damaschke
Bei der Lektüre eines viktorianischen Romans stößt man immer wieder darauf, dass eine der handelnden Figuren ihr „Offizierspatent verkauft“, um zu den dringend benötigten liquiden Mitteln zu gelangen. Ich habe mich immer gefragt, was das eigentlich genau heißen soll, war aber nie hinreichend neugierig, um das einmal nachzuschlagen. Bei meiner aktuellen Lektüre – Charles Dickens, Bleakhouse – tauchte es nun auch wieder auf. Und dieses Mal habe ich nachgeschlagen.
Zuerst eine kleine Auswahl an einschlägigen Zitaten. Das Orginial wird nach der Version beim Project Gutenberg zitiert; die Übersetzung von Richard Zoozmann nach der zweibändigen Ausgabe Rütten & Loening, Berlin 1990; die von Gustav Meyrink nach der Kindle-Version und nach Zweitausendeins, Frankfurt o.J. (vermutlich identisch mit Manuscriptum, Leipzig 2003).
Erstmals taucht das Thema bei einem Gespräch zwischen Esther und Richard auf, in der dieser seine mögliche Zukunft ausmalt. Er könne jederzeit zur Armee gehen, er müsse sich nur ein „Patent“ bzw. „a commission“ besorgen:
„The army?“ said I.
„The army, of course. What I have to do is to get a commission; and—there I am, you know!“ said Richard.
Dickens, Bleakhouse. Kapitel 23: Esther’s Narrative
„Die Armee?“ fragte ich.
„Natürlich, die Armee! Ich habe weiter nichts zu tun, als mir ein Patent zu verschaffen, und dann bin ich ein gemachter Mann“, sagte Richard.
Üb. Zoozmann, I/458. Kapitel 23: Esthers Erzählung
„Auf die Armee?“
„Auf die Armee, natürlich. Ich brauche mir nur ein Patent zu verschaffen, und fertig.“
Üb. Meyrink, S. 388. Kindle, Position 6655. Kapitel 23: Esthers Erzählung
Man konnte zu Dickens’ Zeiten also einfach durch Bezahlung einen höheren Rang in der Armee bekommen – nicht etwa (nur) durch Erfahrung und Dienstzeit. Aber weiter, im nächsten Kapitel wird das Patent bereits gekauft:
His name was entered at the Horse Guards as an applicant for an ensign’s commission; the purchase-money was deposited at an agent’s; […]
Dickens, Bleakhouse. Kapitel 24 [bei Gutenberg fälschlich 29]: An Appeal Case
Sein Name wurde im Armeekommandobüro unter den Bewerbern um ein Fähnrichspatent aufgezeichnet, das Kaufgeld wurde bei einem Agenten hinterlegt.
Üb. Zoozmann, I/477. Kapitel 24: Ein Appell an das Gewissen
Sein Name wurde im Armeekommando unter den Bewerbern um ein Fähnrichspatent bei der Garde eingeschrieben. Die Gebühr wurde deponiert, […]
Üb. Meyrink, S. 404. Kindle, Position 6925. Kapitel 24: Eine Gerichtsverhandlung
Ein so gekauftes Patent war allem Anschein nach auch eine Geldanlage und konnte, wenn die Mittel knapp wurden, auch wieder verkauft werden (natürlich musste man dann aus der Armee ausscheiden, der Verkauf war also wohl das letzte Mittel vor dem endgültigen Bankrott):
… but I can sell out then …
Dickens, Bleakhouse. Kapitel 37: Jarndyce and Jarndyce
… aber dann kann ich ja mein Patent verkaufen …
Üb. Meyrink, S. 618. Kindle, Position 10638. Kapitel 37: Jarndyce kontra Jarndyce
… aber dann kann ich meine Charge verkaufen …
Üb. Zoozmann, II/115. Kapitel 37: Jarndyce kontra Jarndyce
Diese Passagen werden bei Zoozmann – die einzige mir greifbare Ausgabe mit Anmerkungen – nicht weiter erläutert. Anscheinend hält Zoozmann diese Stellen für weniger erklärungsbedürftig als den Namen „Yorick“, den er imho völlig überflüssigerweise – und, nach dem Kontext zu urteilen, in dem er bei Dickens auftaucht, eventuell auch falsch – mit „Name des Hofnarren aus Shakespeares ‚Hamlet‘“ erläutert
Bei Dickens wird ein wohl ziemlich lauter und auch unsauberer Sänger mit Yorick verglichen. Der Hinweis auf den Narren Yorick bei Shakespeare führt da nicht wirklich weiter, eventuell spielt Dickens auf einen zeitgenössischen Sänger/Schauspieler an, der sich Yorick nannte. Wie auch immer: Diese einmalige Yorick-Anspielung ist im Roman völlig bedeutungslos. Der Kauf/Verkauf des Offizierspatents – mit der uns Zoozmann allein lässt – allerdings nicht.
Aber es gibt ja die Wikipedia. Und dort erfährt man endlich ein paar Hintergründe zu diesem häufig auftauchenden Motiv und zu seiner Bedeutung für die Armee – wenn sich Hinz & Kunz einfach auf einen Offiziersrang einkaufen können, muss das ja Konsequenzen haben:
Kauf von Offizierspatenten
Der Kauf von (sehr teuren) Offizierspatenten war bis November 1871 möglich. Bis zur Reform 1844 war der direkte Einstieg in höhere Ränge möglich, was dazu führte, dass vollkommen unfähige Kommandeure Schlachten verloren. Ab 1844 musste man, um ein Hauptmannspatent kaufen zu können, mindestens zwei Jahre als Leutnant gedient haben. Zum Major konnte nur aufsteigen, wer sechs Dienstjahre vorweisen konnte. Nachdem der Kauf von Patenten eingeschränkt worden war, nahm die Zahl der in Kadettenanstalten ausgebildeten und damit professionelleren Offiziere zu.
Die Wikipedia nennt auch Summen. Ich habe jetzt nicht mehr parat, in welchen Truppenteil sich Richard einkauft (ich glaube, es war die Infanterie), aber er wird wohl so rund 500 Pfund eingesetzt haben.
Interessant ist es natürlich nun, was das in heutiger Kaufkraft bedeutet. Hier habe ich auf die Schnelle nur ein Zitat aus Gisbert Haefs Anmerkungen zu seiner Übersetzung von Conan Doyles’ Hound of the Baskervilles (Haffmans, Zürich 1984) zur Hand:
Eine Vergleichszahl zum Wert von Sir Charles’ Nachlaß bietet Sir Arthur Conan Doyle an anderen Stellen seiner Werke. 100 £ pro Jahr werden als durchschnittliches Einkommen eines Londoner Journalisten und als hohes Einkommen einer Gouvernante bezeichnet; Sherlock Holmes nennt ein Hotel, in dem man man 8 Shilling für eine Übernachtung und 8 Pence für ein Glas Sherry bezahlt, „eines der teuersten“ in London. … Man wird Sir Charles Baskervilles Nachlaß … ruhig mit 100 multiplizieren können […].
Schätzen wir also mal grob, dass Richards Kapital rund 50.000 bis 100.000 Euro beträgt. Das ist nicht wenig. Aber auch nicht wirklich viel. Zumal ja nichts dazu kommt, er hat ja keinerlei weitere Einnahmen.
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