Schiller/Goethe digital

29. August 2010, 23.36 Uhr | Giesbert Damaschke

Am 28. August war Goethes Geburtstag. Aus diesem Anlass hat die Archivdatenbank des Goethe- und Schiller-Archivs nun die Digitalisate des Briefwechsels zwischen Schiller und Goethe ins Netz gestellt. Einfach mal so. Die Benutzerführung ist ein wenig undurchsichtig, allzu üppig dokumentiert ist das ganze auch nicht, aber was soll’s – wer sich mit Archivalien auskennt, wird sich da schon zurecht finden und alle anderen können einfach mal auf gut Glück ein paar digitalisierte Handschriften anklicken. Wer den Briefwechsel in Echtzeit verfolgen und lesen will, der wende sich vertrauensvoll an mein Langzeitprojekt: Der Briefwechsel zwischen Schiller und Goethe.

Der Beginn einer wundervollen Freundschaft: „Hochwohlgeborner Herr, Hochzuverehrender Herr Geheimer Rath!“

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Mist (4)

29. August 2010, 13.19 Uhr | Giesbert Damaschke
„Computer, what is the mist I’m seeing?“
Dr. Beverly Crusher, Remember me

„Computer, was ist das für ein Mist, den ich da sehe?“
Dr. Beverly Crusher, Das Experiment

Beliebt ist auch die Unsitte, den Originaltitel mit einer deutschen Dreingabe zu übernehmen. Glück hat man, wenn es sich dabei wie bei The Village – das Dorf um eine Übersetzung handelt (bei der man sich nur noch fragt, warum man sich nicht einfach darauf beschränkt hat). Doch nur zu häufig müssen die Titeltexter partout ihre Duftmarke hinterlassen. Dann werden sie wie bei Miracle – Das Wunder von Lake Placid oder Scarface – Toni, das Narbengesicht unnötig geschwätzig, wenn sie nicht gleich ganz vom Weg abkommen: Grosse Point Blank – Ein Mann, ein Mord, bzw., weil wir gerade so gut drauf sind, auch: „Grosse Point Blank – Erst der Mord, dann das Vergnügen“. Den deutschen Titeltextern sitzt halt der Schalk im Nacken.

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Dass es auch anders geht, zeigt die erste Fassung von Scarface aus dem Jahr 1932, die als Das Narbengesicht nach Deutschland kam. Auch George Cukors The Women (1939) konnte noch schlicht als Die Frauen im deutschen Fernsehen laufen. Beim Remake von 2008 war das natürlich völlig unmöglich, da führte kein Weg an The Women – Von großen und kleinen Affären vorbei.

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Ärgerlich wird es, wenn ein Filmtitel in seiner Bedeutung komplett umgedreht wird, zum Beispiel bei Saving Private Ryan. Es geht bei Spielberg in Titel und Film um Rettung in jeder nur denkbaren Bedeutung. In Deutschland aber pervertiert man ihn, hebt auf typisch Deutsches, also Soldatisches, ab und verwirft die Rettung zugunsten des Soldat James Ryan. Das Plakat unterstreicht durch Nachahmung des Originals die Umdeutung. Wird bei diesem „Saving“ gefettet, so in der deutschen Version „Soldat“:

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Der müde Indiana-Jones-Abklatsch The Librarian: Quest for the Spear ist ein schlechter TV-Film. Aber das gibt den deutschen Titelgebern nicht unbedingt das Recht, ihn als The Quest – Jagd nach dem Speer des Schicksals den deutschen Fernsehzuschauern zuzumuten. Zumal sie sich damit ein kleines Problem eingefangen haben, ist „The Librarian“ doch der Serientitel einer kleinen Trilogie. Der nächste Film hieß The Librarian: Return to King Solomon’s Mines. Daraus wurde das eher sinnfreie: The Quest – Das Geheimnis der Königskammer. 2008 erschien mit The Librarian: The Curse of the Judas Chalice der dritte Teil, der laut IMDB als The Quest – Der Fluch des Judas Kelch erschien. Schade nur, dass die Verwandlung des „Judaskelchs“ zwar auch in einigen deutschen Publikationen zu finden, aber doch einfach nur ein Verleser ist:

Dass es „des Judaskelchs“ oder „des Judas’ Kelch“ oder „des Kelchs des Judas“, aber nimmermehr „des Judaskelch“ heißen müsste, mag das Missverständnis erklären.

Wird fortgesetzt.

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Pepys

28. August 2010, 16.57 Uhr | Giesbert Damaschke

Am 25. August begann 2001 mit der Auslieferung der Pepys-Ausgabe, pünktlich am 26. August traf mein Exemplar ein. Die Ausgabe besteht aus neun Bänden plus einem Materialienband, dem „Samuel Pepys Companion“, der neben einer Chronik und einem Personenverzeichnis verschiedene Essays und Erläuterungen bietet. Die Ausgabe ist sehr schön geworden, die Bände sind gut gebunden (Fadenheftung), gut gesetzt, auf gutem Papier gedruckt, mit Lesebändchen und schmucken Schutzumschlägen versehen (der Companion ist ein Broschurbändchen).

Pepys, Pepys, Pepys und noch mehr Pepys.

Vorerst habe ich nur ein wenig in den Tagebüchern geblättert und nähere mich dem Mammutwerk über den Companion. Hier ist neben dem großen Essay von Robert Louis Stevenson vor allem Heiko Arntz’ Aufsatz „Tagebuch und Wahrheit oder Was heißt hier Realismus?“ aufschlussreich.

Bislang ging ich naiv davon aus, Pepys habe ein normales Tagebuch geschrieben: am Ende des Tages setzt man sich hin, notiert die Tagesereignisse und fertig. Nichts könnte falscher sein.

Arntz zeigt an vielen Beispielen, dass „Pepys seine Tagesberichte nach Kriterien der Erzählbarkeit arrangiert“ und damit ein Vorläufer des realistischen Erzählens wird. Dabei hat Pepys auch nicht am Ende eines jeden Tages etwas geschrieben, sondern immer wieder die Ereignisse mehrerer Tage nachgetragen. Interessanterweise hat er die nachgetragenen Einträge so geschrieben, als seien sie an den jeweiligen Tagen entstanden. So kann er an an einem Tag von Plänen und Absichten schreiben und sich hoffnungsfroh zu Bett begeben, obwohl er zum Zeitpunkt der Niederschrift des Eintrags bereits weiß, wie die Sache ausging.

Die Ausgabe wird exklusiv über 2001 verkauft, kostet 169,90 Euro und ist jeden Cent wert. Der erste Ansturm scheint die Lagerbestände bereits erschöpft zu habe und zu Lieferengpässen zu führen:

Im Augenblick nicht verfügbar. Wir bemühen uns, den Artikel wiederzubekommen. Voraussichtlich lieferbar in den nächsten 7-12 Tagen.

Wer sich über Pepys (und diese Ausgabe) informieren will, der sei auf die schöne Webseite von Haffmans & Tolkemitt verwiesen und höre sich dort unter „Pressestimmen“ den 13minütigen Radiobeitrag von WDR 5 an.

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Dylan: Witmark Demos & Orignal Mono Recordings

24. August 2010, 18.11 Uhr | Giesbert Damaschke

Die Meldung aus dem Rolling Stone stimmte: am 19. Oktober kommt „The Witmark Demos: 1962–1964“ (2 CDs) als Teil neun der offiziellen Bootleg-Reihe. Bei Amazon USA kann man das Album für knapp 19 US-Dollar bereits vorbestellen, bei Amazon.de findet sich noch kein Eintrag, aber das wird wohl noch kommen. Außerdem gibt es ein Box-Set mit acht CDs: „The Original Mono Recordings“, das allerdings knapp 120 US-Dollar kosten soll. – Die Pressemitteilung von Sony gibt es hier.

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Mist (3)

22. August 2010, 8.08 Uhr | Giesbert Damaschke
„Computer, what is the mist I’m seeing?“
Dr. Beverly Crusher, Remember me

„Computer, was ist das für ein Mist, den ich da sehe?“
Dr. Beverly Crusher, Das Experiment

Machine-Gun Kelly wird partiell entwaffnet und muss nun als Revolver-Kelly sein Unwesen treiben, wenn er nicht einfach als „Raubtier“ die Kinos unsicher macht. White Heat wird im Gegenzug in Maschinenpistolen umgetauft, auch wenn in dem ganzen Film keine Maschinenpistolen auftauchen. Später hieß der Film dann „Sprung in den Tod“. Auch nicht besser, passt aber so halbwegs – nein, passt eigentlich gar nicht. Am Schluss wird nicht gesprungen, sondern in die Luft gejagt: Made it, Ma! Top of the world!

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Bei Tieren gibt man sich nicht immer zimperlich und die Spottdrossel (To kill a mockingbird) wird zur gestörten Nachtigall. Ick hör’ dir trapsen.

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The Man, who loved Cat Dancing war natürlich auch kein Mann, der die Katzen tanzen ließ.

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Aber mit Western haben’s die deutschen Titelgeber eh nicht so. Aus Sam Peckinpah’s Ballad of Cable Hogue wurde einfach ein Abgerechnet wird zum Schluss. Davor haben sie aber, scheint’s, keine Angst und machen weiter und immer weiter und aus der schlichten Fahrplanangabe 3:10 to Yuma (2007) einen Todeszug nach Yuma. Dummes Zeug, klar, aber immer noch nicht so vernagelt wie der deutsche Titel des Originals aus dem Jahr 1957, der hierzulande zu Zähl bis drei und bete verdammt war.

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Welcher Teufel die Titeltexter geritten hat, als sie aus C’era una volta il West/Once Upon a Time in the West ein dämliches Spiel mir das Lied vom Tod machten, möchte man, recht bedacht, dann auch nicht so genau wissen.

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Und wo wir gerade dabei sind: The Glass House ist kein Glashaus, sondern das Haus der Familie Glass. Aber der Titel ist mehrdeutig und gläserne Gegenstände spielen eine gewisse Rolle, da wollen wir mal nicht so kleinlich sein.

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Doch was heißt „nicht kleinlich“? Wir können auch richtig fair sein und zugeben, dass in sehr seltenen Fällen der deutschen Titelei mehr gelingt als dem Original. Die Fearless Vampire Killers haben Polanski nie gefallen, er wollte genau das, was der deutsche Titel verspricht, einen Tanz der Vampire. Und auch bei The Brave One ist der deutsche Titel, wie Jodie Foster gern und oft beteuert, sehr viel passender: Die Fremde in dir.

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Kleiner Exkurs: Laut IMDB heißt „The Brave One“ in Slowenien Neustrasna, was, so Google Translate, Unerschrocken heißen soll. Nichts könnte falscher und dümmer sein, als dieser Titel für diesen Film!

Wird fortgesetzt.

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Zombies bei Lego

16. August 2010, 11.48 Uhr | Giesbert Damaschke

Auch bei Lego geht man mit der Zeit und passt das Sortiment den geänderten Moden und Geschmäckern an. Zum Beispiel mit einem Zombie:

Den possierlichen Gesellen scheint es leider nur in den USA zu geben, bei Lego Deutschland habe ich ihn nicht gefunden. Schade eigentlich.

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Pieps, Peeps, Peyps!

15. August 2010, 18.19 Uhr | Giesbert Damaschke

Time flies – seit dem 28. Februar liegt im Blog ein Entwurf herum, der folgendermaßen beginnt:

Eine verlegerische Großtat ist zu vermelden: Haffmans & Tolkemit, der, wenn man so will, Nachfolger des Haffmans-Verlages, hat sich einmal so richtig angestrengt und eines der tollsten englischen Bücher erstmals vollständig in einer deutschen Ausgabe herausgebracht.

Gemeint waren und sind die Tagebücher des Samuel Pepys (1633 bis 1703; gesprochen übrigens: Pieps), die dieser zehn Jahre lang – vom 1. Januar 1660 bis Ende März 1669 – geschrieben hat. Diese Tagebücher sind legendär (und wegen ihres freizügigen Inhalts auch berüchtigt). Zu dieser Legende wollte ich seinerzeit ein paar Worte verlieren, aber jetzt zitiere ich einfach mal die Wikipedia:

Pepys’ Tagebuch erlaubt einen unverstellten Blick auf den Alltag im London des ausgehenden 17. Jahrhunderts und in die Psyche eines Menschen jener Zeit. Darüber hinaus ist es eine herausragende Quelle zu bedeutenden Ereignissen der Restaurationsepoche, etwa zur Rückkehr König Karls II. zur Großen Pest von 1665 oder zum Großen Brand von London im Jahr darauf. […] Der besondere Reiz des Werks besteht darin, dass sein Autor – unverfälscht und frei von politischen wie privaten Rücksichten – Staatsaktionen am Hof und im Marineamt ebenso abhandelt wie alltägliche Erlebnisse. Die Krönungsfeierlichkeiten für den aus dem Exil zurückgekehrten König Karl II. stehen neben Schilderungen von Pepys’ Liebschaften und den Streitereien mit seiner Frau Elisabeth. Betrachtungen über Krieg und Außenpolitik gibt der Autor mit ebenso lebhaftem Interesse wieder wie Berichte über Theaterbesuche und Hinrichtungen, Lektüre, Klatsch und Tratsch, Stimmungen im Volk, Moden, Speisepläne, Preise und vieles mehr.

Kurz: Pepys’ Tagebücher sind ebenso kurzweilig wie lehrreich, ebenso amüsant wie spannend, ein rares Kleinod der Literatur. Und dieses Kleinod wird nun erstmals vollständig auf deutsch vorliegen – bislang gab es nur mehr oder weniger umfangreiche Auswahlausgaben.

Die rund 4.500 Seiten erscheinen in neun Bänden plus einem Begleitband bei Zweitausendeins. Bis zum 25. August gilt noch der Subskriptionspreis von knapp 130 Euro, danach kosten die Ausgabe knapp 170 Euro – so oder so ein Schnäppchen.

Begleitend zur Ausgabe gibt es ein Pepys-Magazin als PDF-Datei, von dem derzeit drei Ausgaben vorliegen. Das Magazin kann jedem nur lebhaft empfohlen werden:

  1. Über Samuel Pepys. Wer war Samuel Pepys? Die Tagebücher des Samuel Pepys. Ein unverwechselbares Ich von Robert Stevenson. Peeps, Peppies oder Pipes?
    PDF-Download
  2. Fragebogen. Die Samuel Pepys Chronik..Die erste Tasse Tee. Ein Besuch in der Bibliotheca Pepysiana.
    PDF-Download
  3. Karten. Pepys A–Z mit Personenverzeichnis und Sacherläuterungen. Lingua franca – Deutsch, Entschlüsselung des erotischen Vokabulars.
    PDF-Download

Christian Koellerer weist in seinen Notizen zudem auf ein lesenswertes Interview mit dem Verleger Gerd Haffmanns hin: Gerd Haffmans über den „Alterswahnsinn“, das ganze Tagebuch des Samuel Pepys erstmals vollständig auf deutsch zu bringen.

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Mist (2)

15. August 2010, 10.00 Uhr | Giesbert Damaschke
„Computer, what is the mist I’m seeing?“
Dr. Beverly Crusher, Remember me

„Computer, was ist das für ein Mist, den ich da sehe?“
Dr. Beverly Crusher, Das Experiment

Natürlich ist es schlicht kommerzielles Kalkül, das die deutsche Titelwahl bestimmt, aber nur selten ist es so deutlich greifbar wie beim australischen Film The Hard Word, der sich als The Australian Job bis in die Covergestaltung der DVD (und wohl auch beim Filmplakat) beim Italien Job bediente:

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Hitchcocks Thriller im Bühnenmillieu heißt im Original passend Stage Fright, die korrekte Übersetzung „Lampenfieber“ gibt aber leider nur eine blasse Ahnung und ist als Filmtitel wohl eher ungeeignet. Keine Frage, da musste man sich etwas Neues einfallen lassen – aber musste es denn ausgerechnet Die rote Lola sein?

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Mit Zahlen tun sich die deutschen Filmbetitler besonders schwer und greifen immer wieder begeistert daneben. Müssen bei 7 Men from now noch sieben Menschen ins Gras beißen, weiß der deutsche Titel nur von einem: Der Siebente ist dran. Umgekehrt verschwindet The Ninth Gate spurlos in den Neun Pforten der deutschen Fassung.

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Sie können noch nicht einmal bis drei zählen. Das Trio The Good, the Bad and the Ugly schrumpft in der Eindeutschung zu Zwei glorreiche Halunken zusammen. Lost in Translation, gewissermaßen.

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Wenn mal keine Zahl auftaucht, erfindet man rasch eine und macht aus dem Wortspiel Once upon a crime ein launiges 7 Gauner und ein Dackel. Wir können auch komisch!

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Manchmal liegt ein deutscher Titel auch komplett daneben, wenn er korrekt zu sein scheint. So wurde aus The Friends of Eddie Coyle zum Beispiel Eddie Coyle und seine Freunde. Nah genug dran, möchte man meinen. Ist der deutsche Titel aber leider nicht. Der klingt nach einer Jugendbande, einem lustigen Haufen, oder vielleicht auch nach einem gefärhlichen, es ist schließlich ein Gangsterflm. So könnte man einen Heist-Film betiteln, in dem das Mastermind Eddie Coyle auf raffinierte Weise einen Bank ausräumt. Doch davon erzählt der (nebenbei: exzellente) Film von Peter Yates nicht. Sondern von dem kleinen, alten Gangster Eddie Coyle, der als Informant für die Polizei arbeitet und zwischen die Fronten gerät. Und der feststellen muss, dass er keine Freunde hat.

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Marcel Conseé macht in den Kommentaren zum ersten „Mist“-Beitrag auf ein aktuelles und besonders schönes Beispiel für den ungebrochenen Willen zum größtmöglichen Quatsch aufmerksam. Der spanische Film Titel Yo, también, den man einfach mit „Ich auch“ betiteln könnte, läuft hierzulande unter einem völlig verschwurbelten Me too – wer will schon normal sein?

Wird fortgesetzt.

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Die Rückkehr des Mists

14. August 2010, 20.53 Uhr | Giesbert Damaschke

Die Rubrik Mist ist jetzt wieder online. Das Verzeichnis wird in naher Zukunft erweitert, ausgewählte Titel der Sammlung werden hier im Blog kommentiert.

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Neues altes von His Bobness

10. August 2010, 12.29 Uhr | Giesbert Damaschke

Im Oktober ist es mal wieder so weit, die nächste Folge der „Bootleg Series“ soll erscheinen. Sagt Rolling Stone, die es wissen müssen:

In October, the legend will return with the 47-track The Bootleg Series Vol. 9, which will feature studio recordings from 1962-1964 known to fans as the Witmark Demos and Leeds Demos, named after the New York studios where Dylan recorded.

Die Tracklist kennt Rolling Stone ebenfalls.

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