Amazon linkt

Montag, 24. September 2007, 1.29 Uhr

Bekanntlich kann man als »Werbepartner« Amazons ein paar Cent verdienen, wenn man einen Link zu ihrem Angebot legt und jemand, über diesen Link kommend, bei Amazon etwas bestellt. Auch damaschke.de macht davon moderaten Gebrauch, wird dies in Zukunft aber wohl bleiben lassen müssen.

Denn bislang funktionierte das System so, dass man einen einfachen Textlink mit der Partner-ID setzte, anhand derer Amazon die Zubringerdienste erkannte. Das scheint nun vorbei, nun gibt es nur noch Bilder, Buttons, PopUps, Animationen und jede Menge Javascript. Das ist nicht nur störend und aufdringlich, dass frisst auch auch Ressourcen und verlangsamt den Aufbau von Webseiten.

Vorhin hatte ich mich gewundert, warum das Laden von www.klassikerforum.de so lange dauert und habe einen Blick in die Browser-Aktivitäten geworfen. Dort sah ich, dass selbst die Startseite, auf der nun rein gar nicht in Richtung Amazon weist, bereits neun GIF-Dateien, elf Javascripts und eine CSS-Datei geladen werden. Könnt’ man ja vielleicht noch mal brauchen. Die Grafiken sind klein und sparsam und belegen zusammen knapp 7 KB. Dafür sind die Scripte mit zusammen 250 KB erstaunlich umfangreich.

Die Startseite muss also insgesamt 21 mal Kontakt zu einem entfernten Server aufnehmen und gut 250 KB Daten anfordern, die nicht benötigt werden. Einfach mal so. Kein Wunder, dass das Laden der Seite manchmal etwas länger dauert.

Update 24. 9. 12.40 Uhr: Es gibt zwar nach wie vor Textlinks, aber auch diese Links sind nun mit Angaben vollgestopft, die da eigentlich nicht verloren haben bzw. Daten ermitteln, die Amazon eigentlich nichts angehen. So scheint Amazon Zählpixel einzubauen, mit denen sich feststellen lässt, ob und wenn ja wie oft ein Link (und mit ihm die Webseite, auf der er steht) angezeigt (nicht: angeklickt!) wird. So lässt sich etwa die Klickrate eines Links ermitteln. Außerdem betreibt Amazon seit einiger Zeit Suchmaschinenoptimierung bei den Links, in denen nun immer der volle Produktname genannt wird. Amazon ist nur ein Beispiel für das, was uns in der nächsten Zeit bevorsteht: Die möglichst totale Kontrolle über den Datenverkehr im Netz durch kommerzielle Konzerne, die ihre Umsatz- und Kundenströme kontrollieren wollen. Denn Big Brother hat seinen Staatsdienst quittiert und arbeitet heute als leitender Angestellter im Marketing.


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Durch obige falsche Verlinkung zu „klassikforum.de“ (statt klassikerforum.de) bekommt man dafür die sehr datensparende Meldung:

ZUGRIFF NICHT ERLAUBT
Die angeforderte Seite darf nicht angezeigt werden.

😉 — Link ist korrigiert

[…] das führen kann, deutet Damaschke.de an (mit Dank an Georg): “diese Links [Links, die Internetseiten zu Amazon setzten können, […]