Aus durch technisches KO

Samstag, 9. Juli 2005, 20.08 Uhr

Jeder Webdesigner weiß oder lernt sehr schnell, dass eine Webseite nie »fertig« ist. Eine Zeitschrift oder ein Buch sind irgendwann abgeschlossen und werden gewissermaßen für die Ewigkeit gedruckt, Inhalt und Struktur einer Website bleiben dagegen ständig im Fluss und sorgen dafür, dass ein Webdesigner nie mehr als ein Ruinenbaumeister sein kann. Also bastelt und bosselt man seiner Webseite, verbessert hier die Navigation, ändert da ein paar Texte und alle paar Monate schmeißt man einfach alles über den Haufen und ändert das grundlegende Design. Doch auf dem Weg der allmählichen Perfektion einer Seite lauern viele Gefahren und eine davon heißt: Allzu scharf macht schartig. Wie man es beim Bemühen um ständige Verbesserung auch übers Ziel hinausschießen und sich selbst ins Abseits katapultieren kann, zeigt Googlefight. Noch vor wenigen Monaten stolperte man alleweil in Webforen und Mailinglisten über die meist lustigen Wort-Duelle via Googlefight, kombiniert mit einem Link zur Site. Doch damit ist seit einiger Zeit Schluss und wer heute Googlefight aufruft, weiß auch sofort, warum: Die Site präsentiert sich nun als Flash-Applet. Das schaut lustiger aus und macht mehr her als früher – aber dafür kann man das Ergebnis nicht mehr rasch als Text übernehmen und an anderer Stelle posten. Konsequenz: Googlefight ist zwar jetzt schöner. Aber außer ein paar Eingeweihten merkt das keiner mehr.

Zuerst erschienen in: Internet Professionell, 7 / 2005