Back me up, Scotty!

Dienstag, 7. September 2004, 17.13 Uhr

Ich verrate Ihnen jetzt mal ein Geheimnis: Ich kenne niemanden, der über Backup-Methoden schreibt, und diese Methoden bei seinen eigenen Daten einsetzt. Mag man öffentlich auch noch so gut Bescheid wissen, im privaten Alltag herrscht das Lustprinzip, das dafür sorgt, dass auch berufsmäßige Besserwisser den größtmöglichen Unfug veranstalten. Mich eingeschlossen. Vor wenigen Wochen gab meine Notebook-Festplatte ihren Geist auf und riss alle möglichen Daten mit ins digitale Nirwana. Da ich kein Backup besitze und auch nicht so genau weiß, was da alles verschwunden ist, bleiben ein paar Texte, die ich schreiben wollte, vorerst also ungeschrieben. Kurze Zeit später klickte ich, durch die unbegrenzte Undo-Funktion meines Editors und den Papierkorb von Windows leichtsinnig geworden, etwas zu forsch auf einen OK-Button und weg war sie, die neue Fassung meiner Website. Wenn es einen in so kurzer Zeit gleich zweimal erwischt, dann sollte man nicht auf ein drittes Mal warten, sondern aktiv werden. Allein, die praktische Umsetzung der theoretischen Einsicht scheiterte erneut. Zwar nicht an fehlender Motivation, aber an den mangelhaften Werkzeugen. So einfach kann eine Backuplösung gar nicht sein, dass ich sie nicht doch als lästig empfände. Ich brauche ein System, das vollautomatisch und zuverlässig im Hintergrund unauffällig vor sich hin sichert. Bis es so etwas gibt, tröste ich mich mit meinem neuen MP3-Player. Für dessen Kauf lieferte mir mein Missgeschick nämlich endlich eine 1a-Rationalisierung. Man denke – 40 GByte in der Jackentasche, ein mobiles Backupmedium der Extraklasse, das obendrein Musik macht. Ist ja auch was Feines.

Zuerst in: Internet Professionell, 9/2004