Bigger, better, faster, more?

Sonntag, 4. Juli 1999, 0.19 Uhr

MMX, Pentium II, Pentium III: Alle paar Monate will uns Intel mit erheblichem Werbe-Tamtam weiß machen, die neuen CPUs von gestern taugten nicht mehr viel und wir bräuchten unbedingt die neuesten von heute, wollten wir mit unseren Computern spielen, surfen, arbeiten, kurz: Die Geräte exakt dafür einsetzen, wofür wir sie gekauft haben. Mit jeder neuen Prozessorgeneration wird deutlicher, daß sich die Hardware nicht weiterentwickelt, sondern nur immer hektischer auf der Stelle tritt. Vor 20 Jahren brachte Intel den 8088 auf den Markt und seit dem hat sich im Prinzip nichts geändert. Die Prozessoren wurden immer schneller, aber von wirklichen Innovationen keine Spur: Sollte es um die Vorstellungskraft der ganze Branche wirklich so armselig bestellt sein, daß ein iMac als das Nonplusultra innovativen Computerdesigns gilt? Ein nettes Gerät, keine Frage – aber was wurde etwa aus den spannenden Visionen der NC-Entwickler? Warum muß in Zeiten des Internets noch jeder Privatanwender einen bis zum letzten aufgerüsteten Hochleistungs-PC sein eigen nennen? Wo bleiben die wirklich funktionierenden Java-Maschinen? Wo die öffentlichen Terminals, wo der PC auf der Chipkarte? Ich will nicht immer mehr vom immer Gleichen. Ich will endlich etwas Neues.

Zuerst erschienen in: Online Today, Juli 1999


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