Bleak House (BBC 2005)

Sonntag, 30. April 2006, 21.35 Uhr

Am 14. März hab ich diesen Beitrag angefangen, aber nicht veröffentlicht, da ich immer noch meine große Begeisterung für die Serie formulieren wollte. Daraus ist vorerst nichts geworden, also bleibt’s erst einmal so – der wird durch rumliegen ja auch nicht besser, der Beitrag.

Charles Dickens Roman Bleak House gilt zurecht als sein vielleicht bestes Werk. Eine komplexe Fabel, etliche Handlungsfäden, unzählige Personen und ihre Schicksale, die überraschendsten Wendungen, die man sich denken kann (dh eigentlich ja gerade nicht – sonst wären sie ja nicht sonderlich überraschend), Schauplätze, die, vom Slum bis zum Landsitz eines Lords, ein umfassendes soziales Panorama bieten, eine mit mathematischer Präzision konstruierte Geschichte, eine Fülle an skurrilen oder bemerkenswerten Charaktere, humoristische Einlagen denen fast reportagehafte Schilderungen sozialen Elends gegenüberstehen, Melodrama und große Liebe, Mord, Todschlag, Gier – kurz: Alles und noch mehr.

Diesen geniale 1.000-Seiten-Schmöker aus der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts hat die BBC als TV-Serie verfilmt. Und was hierzulande nur als große Peinlichkeit denkbare wäre, ist im Mutterland des Erzählens aufs Großartigste gelungen.

»… turns soap opera into art« urteilte die Times und sie hat Recht. Die Serie zeigt eine Liebe zum Detail, einen Ausstattungsreichtum und exzellente Schauspieler gleich im Dutzend, wie man sie hierzulande selbst beim besten Willen nicht zusammenbrächte.

Wer die Serie sehen möchte, der wende sich vertrauensvoll an die Amazon UK und lasse sich die DVD-Box zuschicken. Derzeit kosten die drei DVDs rund 16,00 Pfund, das sind 23,00 Euro (hinzu kommen noch zwei, drei Euro Versand) – es lohnt sich.