Blind und blöd

Samstag, 8. September 2007, 0.17 Uhr

In der Süddeutschen Zeitung konnte man heute lesen (leider nicht online), die Terrorfahnder hätten die E-Mails der mutmaßlichen Terroristen mitgelesen – was wohl so zu verstehen ist, dass man die Daten beim Provider abgefangen hat –, als die Verdächtigen dann dazu übergingen, ihre Mails zu verschlüsseln, sei man, so beklagten die Fahnder, »blind« geworden. Aber: mit Online-Durchsuchung wär’ das nicht passiert. Behaupten die Fahnder, nicht die SZ.

Gleichzeitig erfuhr man heute, dass die Polizei

einen geheimen Lagebericht zum Fall mit Klarnamen und Hintergründen an die gesamte Regionalpresse

vermailt hat. Weil man »den falschen Knopf« gedrückt habe.

Woraus wir lernen, dass die Polizei zwar nicht weiß, wie sie sensible Daten so per E-Mail verschickt, dass auch nur der berechtigte Empfänger etwas damit anfangen kann, man sich aber trotzdem einbildet, verschlüsselte Mails problemlos mitlesen zu können, wenn man erst diese neue Superwaffe der Online-Durchsuchung sein eigen nennen darf.

Dümmer geht’s nümmer, könnte man da denken, schwante einem nicht, dass sie immer noch eins draufzusetzen wissen.