Das LG Hamburg mag keine offenen Netze

Freitag, 8. September 2006, 12.13 Uhr

Das LG Hamburg fiel in der Vergangenheit immer mal wieder mit seltsamen Urteilen in Computer- und Internet-Streitfällen auf. Der jüngste Streich geht so:

Das Landgericht Hamburg stellte kürzlich fest, dass WLAN-Betreiber für die Sicherung ihres Routers zu sorgen haben, anderenfalls liege ein Verstoß gegen zumutbare Prüfungspflichten vor.

Das scheint so auf den ersten Blick gar nicht mal so abwegig zu sein. Seltsam ist allerdings die Begründung. Es sei, so das LG,

allgemein bekannt, dass ungeschützte WLAN-Verbindungen von Dritten missbraucht werden können, um über einen fremden Internetanschluss ins Internet zu gelangen.

Denn genau das: Ist wohl ganz einfach falsch.

Die Telcos verkaufen ihre WLAN-Lösungen mit ganz viel tollen Werbeversprechungen und ganz wenig Informationen über Risiken und Sicherheitsfragen von WLANs. Was unter marktstrategischen Aspekten verständlich ist (Sicherheitsthemen verkaufen nicht, sondern verschrecken nur die Kundschaft), die Sache aber nicht besser macht. Ein typischer Nur-Anwender, der sich eine DSL-Flatrate samt WLAN zulegt, wird noch nicht einmal verstehen, was das LG Hamburg da als allgemein bekannt voraussetzt.

Welche Auswirkungen dieses Urteil auf öffentliche Hotspots haben wird, bleibt abzuwarten. Aber vielleicht findet sich ja ein OLG, dass das Urteil kassiert.


Ihr Kommentar Name (erforderlich):

Mail (wird nicht publiziert) (erforderlich):

Website:

Keine Kommentare zu „Das LG Hamburg mag keine offenen Netze“

Sicherung des WLan´s eine zumutbare Prüfungspflicht…

Ein offenes WLAN kann für dessen Betreiber unliebsame rechtliche Problem mit sich bringen. Das Landgericht Hamburg stellte kürzlich fest, dass WLAN-Betreiber für die Sicherung ihres Routers zu sorgen haben, anderenfalls liege ein Verstoß gegen z……

[…] kann auch das Betreiben eines offenen WLANs Probleme aufwerfen. « […]