Das Milliarden-Such-Spiel

Samstag, 22. Oktober 2011, 14.08 Uhr

Neu von mir bei Hyperland – etwas zu Bing vs. Google:

Der Angriff kam aus dem Nichts. Gerade einmal ein gutes Dutzend Jahre ist es her, dass Google zum ersten Mal auf den Rechnern dieser Welt auftauchte. Binnen weniger Jahre fegte der Newcomer die durchaus rege Konkurrenz von Excite über Lycos bis Altavista vom Feld und etablierte sich als die Übersuchmaschine, auf die das World Wide Web gewartet hatte. Heute scheint Google unschlagbar, das ganze Internet sucht mit Google. Das ganze? Nein: Ein Konzern im idyllischen Redmond gibt nicht auf, dem Giganten beharrlich Widerstand zu leisten – koste es, was es wolle.

Hier geht’s weiter …


Ihr Kommentar Name (erforderlich):

Mail (wird nicht publiziert) (erforderlich):

Website:

Keine Kommentare zu „Das Milliarden-Such-Spiel“

Ich würde das gerne lesen, aber blog.zdf.de scheint gerade Probleme zu haben… nichts als Timeouts…

Googles Erfolg beruht auf dem Minimaldesign. Wenn ich etwas im Netz suche, will ich eine weiße Seite mit einem Eingabefeld, Punk. Daran hat sich Google im Prinzip gehalten. Nichts was ablenkt. Wenn ich Bilder sehen will, surfe ich eine Fotoseite an, will ich Nachrichten, gehe ich auf eine Nachrichtenseite. Klar, das hat Google auch zu bieten, aber nur wenn ich will. Ansonsten reduziert Google seine Seite auf das was es ist. Eine Suchmaschine eben. Das macht aus meiner Sicht den Erfolg aus: Reduktion auf das Wesentliche.

Ich habe vorhin Bing und Google nebeneinander ausprobiert und miteinander verglichen. Bing findet manche Sachen gar nicht, u.a. jemanden aus der Pressestelle eines Ministeriums. Damit ist Bing für mich indiskutabel geworden.

An das Prinzip „Weisse Seite mit einem Eingabefeld“ hat sich Google ja nicht nur „gehalten“, sie haben das vielmehr erst erfunden, oder? Diesen radikalen Minimalismus in der WWW-Suchmaschinengestaltung gab es vorher, wenn ich mich richtig erinnere, so nicht. AltaVista beispielsweise war in seinen Anfängen zwar auch sehr schlicht, aber doch mit diversen Buttons, Werbebannern etc (dann wurde es zu einem überfrachteten „Portal“ und danach unter dem Einfluss von Google wieder schlichter – jetzt sieht es aus wie Google…). Auch andere beliebte Suchmaschinen der Prä-Google-Ära habe ich nicht als ganz so schlicht in Erinnerung, was mir ein paar Stichproben bei archive.org gerade bestätigen. Am wichtigsten bleibt aber, dass man mit einer Suchmaschine das findet, was man sucht. Auch darin war Google immer gut, das ganze Drumherum ist zweitrangig: Bei einer Suchmaschine geht’s immer noch ums Suchen und Finden, und da will man nicht die zweit- oder drittbeste nutzen. Wenn Microsoft mit Bing Google ernsthaft Konkurrenz machen will, dann muss Bing in erster Linie die besseren Suchresultate liefern. Alles Marketingdrumherum kann daran nichts ändern. Und das kann ich bei Bing zur Zeit noch nicht erkennen…

> sie haben das vielmehr erst erfunden, oder?

Wenn ich mich da richtig erinnere: Ja. Das war seinerzeit eine echte Wohltat, nachdem alle anderen Suchmaschinen/Kataloge meinten, sie müssten nun auf Teufel komm raus „Portale“ werden. Google hat durch schiere Effizienz ohne Schnickschnack überzeugt.