Das Virenproblem ist hausgemacht

Montag, 7. März 2005, 0.00 Uhr

Einmal im Monat publiziert die Firma Sophos ihre Hitliste der aktivsten 10 Viren der letzten Zeit – und einmal im Monat kann ich nur noch den Kopf schütteln. Denn die Top Ten sind nicht etwa neue Viren, die mit ausgefuchsten Methoden und Tricks vorsichtige Surfer aufs digitale Glatteis führen, sondern altbekannte Vertreter ihrer Gattung. Ginge es in den Büros und Unternehmen dieser Welt mit rechten Dingen zu, dürfte es diese digitalen Schädlinge gar nicht mehr geben.

In diesem Monat verzeichnet Sophos zum Beispiel nur 2 Neuzugänge, die anderen acht Virentypen halten sich nun schon seit längerer Zeit auf der Top-Ten-Liste. An der Spitze steht dieses Mal „Zafi-D“, auf den rund ein Drittel aller Schadensfälle zurückzuführen sind.

Das allein ist schon ärgerlich genug, aber es kommt noch besser: Gegen Zafi-D gibt es bereits seit Mitte Dezember wirkungsvolle Gegenmittel. D. h.: Dieser Wurm müsste schon längst ausgerottet sein. Und Zafi-D ist kein Einzelfall, im Gegenteil, gegen praktisch jeden derzeit aktiven Wurm oder Virus gibt es seit längerer Zeit probate Abwehrmittel.

Würden die PC-Anwender ihre Computer regelmäßig mit den aktuellen Sicherheitsupdates versorgen und würden sie eine sich regelmäßig aktualisierende Antivirensoftware einsetzen, dann gäbe es überhaupt kein nennenswertes Virenproblem mehr. So einfach ist das.

Doch obwohl es so einfach sein könnte, sieht die Realität anders aus. Ich kenne Firmen, in denen nach wie vor nach dem Motto „wird schon nix passieren“ gearbeitet wird. Da werden veraltete Programme eingesetzt, von denen bekannt ist, dass sie erhebliche Sicherheitslücken aufweisen und es zahlreiche Schadensprogramme gibt, die diese Lücken gezielt ausnutzen; Updates werden aus Kosten- oder Zeitgründen nicht durchgeführt; Firewalls oder Antivirensoftware wird nur fehlerhaft oder sporadisch eingesetzt. Kein Wunder, dass sich Viren und Würmer lustig weiter verbreiten, und die Anwender auf die Technik schimpfen, die angeblich nichts taugt.

Dabei ist die Technik letztlich unschuldig – man muss sie halt richtig einsetzen. Anders gesagt: Das Virenproblem ist hausgemacht.


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