Der, nicht: das Blog

Donnerstag, 25. August 2011, 12.17 Uhr

Vor knapp vier Jahren forderte ich die Leser dieses Blogs noch auf, sich dem unseligen Trend zu „der Blog“ zu verweigern und bei „das Blog“ zu bleiben. Damit stand ich zwar nicht allein, aber auf verlorenem Posten. Was wir immer schon geahnt haben, hat der Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch nun in seinem rundum empfehlenswerten Sprachlog mit der gebührenden statistischen Akribie bestätigt: die Mehrheit spricht und schreibt „der Blog“. Sein ebenso nüchternes wie niederschmetterndes Fazit:

Mir, und allen anderen, für die es das Blog heißen muss, sage ich deshalb: Der Kampf ist vorbei. Das Maskulinum hat gewonnen. Auf dem Neutrum zu beharren, wird bald ebensoviel Charme haben, wie die Behauptung, dass Busen „eigentlich“ das „Tal zwischen den Brüsten“ bezeichnet.

Sprachgefühl hin oder her, man muss wissen, wann es Zeit ist, aufzugeben.


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creamhilled schrieb am 25. August 2011, um 13.46 Uhr

Besser als NDR-Steffanie kann ich das nicht kommentieren:
„’s iss ja wie’s iss, nä?“

Übrigens gibt es Menschen, die imstande sind, von „die Busen“ zu sprechen – Plural, versteht sich 🙂

Ich wollte ja anfänglich „Blog“ gar nicht akzeptieren, sondern auf „Weblog“ bestehen, da mir das abgeschnittene „Blog“ so überaus unsinnig-kindisch vorkam, aber dieser (nicht wirklich geführte) Kampf wäre ja noch hoffnungsloser gewesen…

bliebe noch der apostrophische Plural zu erwähnen: die Blog’s.
Ein ebenso hoffnungsloser Kampf…..

Wo kommt ›der Blog‹ eigentlich her? Weil Dumpfohren und Sprachmolche meinen, es käme von ›der (Schreib)-Block‹? — Seufz — Man muss gar nichts aufgeben. Wer ›das Blog‹ schreibt und sagt, hat nicht nur recht, sondern trägt zu einer Minderheiten-Sprachkultur bei, die das Gesamtsprachgefüge würzt und mit Leben versieht. In etwa so, wie dann, wenn Herr Dudenhöfer uns mit seiner Familie Becker daran erinnert, dass es hierzulande Gegenden und Dialekte gibt, in denen junge Frauen und Mädchen noch als sächlich gelten (›das Heidi‹).

Verzeihung, aber wer sagt eigentlich außer Seeleuten „das Log“?
Gerade im IT-Bereich (Datenbank-L., Job-L.) höre ich seit über 20 Jahren nur „der“.
Bevor ich nun gesteinigt werde, muss ich noch dazu sagen, dass ich dabei mit Norddeutschland wenig bis keinen Kontakt hatte.

[…] Er sei auf  [m]einen Blog [seufz] aufmerksam […]