Der Siebente ist dran

Samstag, 12. Juli 2008, 21.51 Uhr

7 Men from now coverMan ist bei eingedeutschen Filmtiteln ja einiges gewöhnt, aber dieser hier gehört zu den Spitzenleistungen. Der Western aus dem Jahr 1956 heißt im Original 7 men from now und schon der unvermeidliche Titelsong dräut düstern mit »Seven men must die«.

Doch nicht genug damit, dass der deutsche Titel so ziemlich das Gegenteil des Originals ausdrückt, er ist gleich doppelt falsch. Selbst wenn man gewillt wäre, ihn als Zuspitzung auf das klassische Duell am Schluss zu beziehen (Randolph Scott vs. Lee Marvin), läge man falsch, ist hier doch nicht der Siebente, sondern der Neunte dran. 

Der Film erzählt seine durchaus nicht simple Geschichte mit unprätentiöser Ökonomie und Gradlinigkeit und verfällt doch nicht in ein simples Nacheinander der Handlungselemente. Boettichers Regie und der Schnitt arbeiten äußerst effektiv und setzen die aus verschiedenen Fäden gewobenen Erzählung mit großer Klarheit und knappsten Einstellungen perfekt um. Das geht soweit, dass einige der dramatischen Höhepunkte des Films jenseits der Kamera und gewissermaßen zwischen den Bildern statt finden.

Kein großer Western, keine Pferdeoper, aber ein gut durchtrainierter Film, in dem sich kein Bild zuviel und keine überflüssige Aufnahme findet.


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