Die grüne Pest

Sonntag, 9. Oktober 2005, 20.11 Uhr

Haben Sie’s schon gemerkt? Es kursiert ein neuer Virus im Internet, der ausschließlich Webseiten angreift. Zum ersten Mal fiel er mir auf einer amerikanischen Bloggerseite auf. Inzwischen hat sich der Virus seinen Weg durchs Netz gebahnt und schlägt immer häufiger zu, auch deutschsprachige Webseiten sind bereits infiziert. Der Befall macht sich durch das plötzliche Auftauchen grün eingefärbter und doppelt unterstrichener Begriffe bemerkbar, weshalb der Virus in Fachkreisen bereits als »grüne Pest« bezeichnet wird. Streng genommen handelt es sich wohl um einen Trojaner, dessen scheinbarer Nutzen darin besteht, ein Anzeigenpopup einzublenden, sobald man mit dem Mauszeiger einem markierten Begriff zu nahe kommt. Doch diese Pseudo-Anzeigen werden offensichtlich genau so willkürlich eingeblendet wie die Begriffe markiert, ein sinnvoller Zusammenhang besteht hier nicht. Bislang scheint die Grüne Pest vor allem kommerzielle News-Sites zu befallen, es ist aber nicht auszuschließen, dass auch private Homepages gefährdet sind. Die Schadensroutine der Grünen Pest sorgt dafür, dass sich der Aufbau einer Webseite stark verlangsamt und ihr Inhalt unlesbar wird. Viren-Experten des Karpaten Lab nennen diesen Effekt kurz GDS (»Green Distortion Syndrome«). Gegen GDS sind die herkömmlichen Antiviren-Tools machtlos, betroffen sind sämtliche Browser. Viren-Experten empfehlen als Notlösung die Deaktivierung von Javascript. Sagen Sie nicht, Sie seien nicht gewarnt worden!

Zuerst erschienen in: Internet Professionell, 10 / 2005


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