Dr. May erklärt die Welt (19): Woran man einen falschen Charakter erkennt

Dienstag, 24. November 2015, 10.28 Uhr

Es kam ein kleiner, dicker Kerl in den Hof, welcher nicht den allerbesten Eindruck auf mich machte. Er schielte. Zwar bin ich keineswegs gegen Leute, welche an diesem Naturfehler leiden, voreingenommen; aber der Mann hatte einen schleichenden, katzenartigen Gang und eckig gebogene Kinnbacken, und ich habe stets gefunden, daß solche Personen einen falschen Charakter besitzen.

Karl May, In den Schluchten des Balkan (1892) (Fehsenfeld IV, S. 349)

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Ein Kommentar zu „Dr. May erklärt die Welt (19): Woran man einen falschen Charakter erkennt“

Rüdiger Wick schrieb am 24. November 2015, um 11.55 Uhr

Sozusagen ketzerischerweise kam mir gerade „Dr. Damaschke erklärt [s.E.] schlechte Literatur resp. mißlungene Formulierungen …“ in den Sinn …

(Über die eckig gebogenen Kinnbacken kann man ja noch geteilter Meinung sein, über den schleichenden, katzenartigen Gang schon eher nicht mehr. Und daß primär der gemeint sein dürfte sollte auch klar sein …)

(Am Gang Falschheit zu erkennen oder besser zu vermuten dürfte eine der leichteren Übungen sein. Darüberhinausgehend gibt’s Leut‘, die erkennen [z.B.] am Arsch, mit wem oder was sie in etwa zu tun haben … warum nicht auch an den Kinnbacken …)(beim Hintern ist’s nicht gerade die Falschheit, die erkennbar ist, eher andere Sachen …)

(Es gibt z.B. ein Buch „Die Spuren der Seele: Was Hand und Fuß über uns verraten“ … aber so etwas ist vermutlich in „intellektuell geprägten“ Kreisen, wo der Kopf ein bißchen allzu groß und die Intuition kleingeschrieben oder auch durchgestrichen wird alles substanzlose Spinnerei …)