DVDs im November

Dienstag, 1. Dezember 2009, 23.01 Uhr

Krabat (2008) – Ottfried Preußlers Krabat gehört zu den Büchern, die mich als Jungendlicher beeindruckt haben. Vor ein paar Jahren habe ich es noch einmal gelesen und fand es immer noch erstaunlich gut. Auf die Verfilmung des Buches war ich dann entsprechend neugierig. Kreuzpaintners Version ist so düster wie das Buch, was noch dadurch verstärkt wird, dass die eher schwankhaften Einlagen des Romans im Film durch eine Kampfszene mit marodierenden Soldaten ersetzt wurde. Nun ja. Wo Preußler kaum mehr als Andeutungen gibt, ist der Film plakativ deutlich, die Verführung zur Macht, die im Buch sich allmählich entfaltet, ist im Film eine regelrechte Überrumpelung und die Handlung wird (trotz einer Länge von zwei Stunden) stark zusammengestutzt. Ein wenig kann man den Eindruck gewinnen, dass der Film gekürzt worden ist, um ihm mehr Tempo zu geben – was bei der Geschichte nun allerdings nicht funktioniert. Krabat ist nicht der Herr der Ringe oder Harry Potter.

Jericho (Staffel 1, DVD 5, 6; Staffel 2) – Auch die letzten Folgen der Staffel 1 halten, was der Anfang verspricht. Eine spannende Serie, deren erste Staffel (ohne jetzt zuviel zu verraten) mit einem fiesen Cliffhanger endet und neugierig auf den Fortgang in Staffel 2 macht. Die wiederum wirft (und auch das darf man wohl verraten), einen eher finsteren Blick auf den Zustand der USA und dürfte wohl erklären, warum der Serie dann doch kein dauerhafter Erfolg beschieden war. Die Serie wurde nach Staffel 1 abgesetzt und erst nach massiven Protesten der Fans als wieder aufgenommen. Vereinbart wurden sieben Episoden, die mit geringerem Budget und engerem Zeitrahmen gedreht wurden. Von der letzten Folge gibt es zwei Versionen, einmal als Abschluss der Geschichte, einmal als Cliffhanger für eine mögliche dritte Staffel. Das Erzähltempo der sieben Folgen wurde deutlich angezogen, um den geplanten Inhalt von Staffel 2 unterzubringen. Schade, dass es keine dritte Staffel gegeben hat.

Inkheart (2008) – Die Verfilmung von Cornelia Funkes Roman Tintenherz hat die Romanhandlung arg zusammengestaucht, um sie in gut 100 Minuten unterzubringen. Manches ist rausgefallen, manches wurde komplett umgeschrieben, aber im Großen und Ganzen ist es ein guter Kinderfilm geworden, der dem Buch durchaus gerecht wird und mit einigen guten Darstellern aufwartet.

Drag Me to Hell (2009) – Nach den drei Spiderman-Großprojekten gönnte sich Sam Raimi eine Auszeit und drehte einen kleinen, fiesen Horrorfilm, der stilistisch an seine Evil-Dead-Filme anknüpft. Der Film zieht sein gradliniges Drehbuch konsequent durch und bietet eine hübsche Mischung aus sarkastisch überzogener Darstellung, Horroreffekten mit Ekelfaktor und Witz. Wie Raimi es im Interview mit der Berliner Zeitung formuliert: „Ich haue dem Zuschauer jedes Mal einen Vorschlaghammer über die Rübe. Aber so macht es mir nun einmal am meisten Spaß.“ Dem Zuschauer auch. Kein Meisterwerk, aber ein sehenswerter Genrefilm mit gnadenloser Moral.

Monsters vs. Aliens (2009) – Der Trailer zu diesem Animationsfilm sahen lustiger aus, als der Film tatsächlich ist. Die Story ist lustig, es gibt eine ganze Reihe guter Witze, B.O.B. ist eine wirklich komische Figur, aber trotzdem bleibt ein etwas fader Nachgeschmack. Das Geschehen lässt einen häufig kalt, die Figuren wirken eher steril und die Geschichte wird nicht konsequent genug vorangetrieben. Dreamworks ist halt nicht Pixar.