Eine ruhige Woche: Dienstag, 28. 11. 2006

Samstag, 2. Dezember 2006, 18.58 Uhr

So gegen drei Uhr morgens weckt mich ein schrilles Piepen. Der Monitor meint, mein Herzschlag sei dramatisch gefallen und schlägt Alarm. Ich setze mich auf und betrachte das Messgerät. Durch die Bewegung schießt die Frequenz auf 127 und der Apparat gibt Ruhe. Ich sitze verkabelt auf der Bettkante, betrachte mein Spiegelbild im Fernseher und sehe Blutflecken auf dem Boden. Als man mir gestern den Tropfer abnahm, fielen zwei, drei Tropfen zu Boden. Ich lege mich wieder hin und versuche zu schlafen.

Nachdem das Abendessen ausgefallen ist, bekomme ich konsequenterweise auch kein Frühstück. Zumindest nicht sofort. Statt dessen zapft man mir Blut ab, misst den Blutdruck und gibt mir rund einen halben Liter süßlicher Flüssigkeit zu trinken. Zuckertest. Zwei Stunden später wird mir erneut Blut abgenommen, zum Ausgleich bekomme ich jetzt endlich ein Frühstück. Ich habe in Pensionen schon schlechter gegessen.

Gegen elf kommt ein Arzt und unterhält sich mit mir. Wann kann ich denn endlich raus, frage ich. Das kommt darauf an, wie genau Sie wissen möchten, was los ist, sagt er. Gute Frage, sage ich. Bleiben Sie auf jeden Fall bis morgen, sagt er, dann machen wir noch einen Lungenfunktionstest.

An diesem Tag werden drei Untersuchungen gemacht. Ultraschall, ein Kontroll-EKG und Lungenszintigramm. Dafür wird mir ein radioaktiver Kontraststoff gespritzt. Das kennt man ja, sage ich, russische Agenten und so. Aber nein, sagt die Ärztin, das ist ganz harmlos. Halbwertzeit sechs Stunden. Na, sage ich, dann will ich Ihnen das mal glauben. Bleibt mir ja nichts anderes übrig. Genau, sagt sie.


Ihr Kommentar Name (erforderlich):

Mail (wird nicht publiziert) (erforderlich):

Website: