Eine ruhige Woche: Donnerstag, 30. 11. 2006

Samstag, 2. Dezember 2006, 19.44 Uhr

Jetzt ist man sich doch nicht mehr so sicher. Ein Blutbild passt nicht so recht zur Embolie-Diagnose. Aber das kann verschiedene Ursachen haben. Man hält erstmal daran fest, sucht aber weiter. Eine erneute Ultraschalluntersuchung bringt ebenfalls kein eindeutiges Ergebnis. Wir ringen um die Diagnose, sagt der Arzt.

Im Fahrstuhl, auf dem Weg zum Lungenfunktionstest, treffe ich die Ärztin von der Aufnahme wieder. Ich bin immer noch da, sage ich. Ich weiß, sagt Sie, ich kenne sogar Ihre Diagnose. Wetten, sage ich, am Ende kommt raus, dass es eine ganz normale Erkältung ist. Da zieht sie den Mund schief und sieht mich spöttisch an. Eine ganz normale Erkältung, sagt sie, hat nicht so ein Szintigramm.

Das sagt der Arzt später auch noch mal. Meine Messwerte lassen keine validen Rückschlüsse auf eine Erkältung oder dergleichen zu. Stimmt, denke ich, außer dem seltsam hartnäckigen Husten ist da nichts, was mich an eine Erkältung erinnert. Kein Fieber, keine Gliederschmerzen, kein Schnupfen.

Ich bin da hin und her gerissen, sagt er. Beim ersten Blick auf die Untersuchungsergebnisse ist das spontane Urteil eindeutig: Embolie. Beim zweiten Blick ist er sich dann doch nicht mehr sicher.

Die Ärzte stehen vor dem Problem, dass die Nicht-Existenz schwerer beweisbar ist als die Existenz. Findet man etwas bei einer Untersuchung, hat man etwas Handfestes. Findet man nichts, dann hat man auch nichts. Noch nicht einmal einen Gegenbeweis. Zumindest nicht mit den üblichen Methoden, die zur Falsifikation nicht genau genug arbeiten. Hier muss man zu präziseren Geräten greifen. Das heißt in diesem Fall: Computertomografie.

Erfreulich ist, dass das Equipment im Krankenhaus nebenan steht und mitbenutzt werden kann. Weniger erfreulich ist allerdings, dass man auf einen Termin warten muss. Konkret bedeutet das eine weitere Verlängerung des Krankenhausaufenthaltes. Unerfreulich, sage ich. Warten wir doch einfach noch bis morgen ab, sagt der Arzt.