Eine ruhige Woche: Mittwoch, 29. 11. 2006

Samstag, 2. Dezember 2006, 19.22 Uhr

Am Mittwoch weiß man Bescheid. Lungenembolie, sagt der Arzt. Eine kleine. Und vermutlich eine von mehreren in letzter Zeit.

Das kann man medikamentös behandeln. Da die Lungenembolie durch herumwandernde Blutgerinnsel ausgelöst wird, die die Blutgefäße in der Lunge verstopfen, sorgt man dafür, dass sich diese Gerinnsel gar nicht erst bilden. Durch gerinnungshemmende Mittel macht man den Patienten gewissermaßen zu einem kontrollierten Bluter.

Na, dann geben Sie mir die Tabletten und ich geh dann nach Haus, sage ich. Das geht nicht, sagt er.

Bis die Tabletten wirken, dauert es ein paar Tage. In der Zeit bekommt man zusätzlich Spritzen. Und man möchte mich auf jeden Fall unter Beobachtung da behalten. Falls noch ein Gerinnsel im Blutkreislauf unterwegs sein sollte.

Wir einigen uns auf einen Kompromiss. Ich werde am Nachmittag für ein paar Stunden beurlaubt, damit ich nach Hause fahren und ein paar Dinge erledigen kann. Wäsche holen, E-Mails abrufen, Netzteil vom MP3-Player mitnehmen und ähnliches.

Die vier fahrstuhllosen Etagen zuhaus werden zu einer ernsten Prüfung. Mit ein paar Zwischenstopps schaffe ich es bis in meine Wohnung. War vielleicht keine so gute Idee, denke ich und sehe mir beim ziemlich hilflosen Lufschnappen zu.

Mit dem Taxi zurück ins Krankenhaus. Auf dem Tischchen finde ich drei Tabletten und eine Broschüre: Mit Gerinnungshemmern leben. Zum ersten Mal kommt mir der Monitor neben dem Bett normal und sinnvoll vor.


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