Ex & hopp

Sonntag, 27. März 2005, 20.34 Uhr

Die elektronische Post ist eine feine Sache, ruckzuck saust eine Nachricht um den Globus. Doch leider wird die E-Mail genau so ruckzuck zum E-Müll und die Post zur Pest. Je häufiger eine E-Mail-Adresse im Einsatz ist, desto schneller landet sie in den Datenbanken der Spammer und desto mehr Post bekommt man, auf die man gern verzichten würde. Früher oder später verstopfen unerwünschte Werbemails das Postfach, und es wird immer schwieriger, unter all den anzüglichen Angeboten und dümmlichen Offerten die echten Mails auszumachen.

Gegen diese so genannten »Spam«-Mails gibt es verschiedene Hilfen. Die wichtigste Methode zur Spamvermeidung besteht darin, seine E-Mail-Adresse möglichst selten öffentlich zu nennen: An eine Adresse, die ein Spammer nicht kennt, kann er auch keine Werbung schicken.

Das ist allerdings leichter gesagt als getan, es gibt schließlich zahlreiche Gelegenheiten, zu denen man eine Adresse angeben muss. Wer an einem Gewinnspiel teilnehmen, eine Software herunterladen oder Zugang zu einer bestimmten Webseite erhalten möchte, muss häufig eine E-Mail-Adresse angeben, an die ein Freischaltcode oder ein Download-Link geschickt wird. In solchen Fällen ist man gezwungen, eine gültige E-Mail-Adresse zu nennen, unter der man auch tatsächlich zu erreichen ist – oder man verzichtet auf die Nutzung dieser Angebote. Was also tun?

Die Antwort ist einfach: Man setzt in solchen Fällen eine so genannte »Wegwerf«-Adresse ein. Dabei handelt es sich um echte Mailadressen, die aber nur einen bestimmten Zeitraum oder nur für eine bestimmte Anzahl E-Mails gültig sind. Wer also eine E-Mail-Adresse angeben muss, um weitere Informationen oder einen Downloadlink zugemailt zu bekommen, gibt nicht seine richtige, sondern eine solche Wegwerf-Adresse an. An diese Adresse werden die gewünschten Informationen geschickt. Kurz darauf wird sie ungültig und die Spammer schauen in die Röhre.

Es gibt verschiedene Anbieter, die zwar mit unterschiedlichen Konzepten arbeiten, die aber eines gemeinsam haben: sie sind kostenlos.

Besonders einfach ist etwa der Einsatz von Trash Mail und Mailinator. Wird für den einmaligen Einsatz eine Adresse benötigt, gibt man einfach eine beliebige, frei wählbare Adresse an – etwa fwix2play@trash-mail.de oder lyjvzqvneek@mailinator.com – und kann anschließend über die Webseite des Anbieters die Bestätigungsmail, den Freischaltcode oder Downloadlink abrufen. Das funktioniert ohne Registrierung, ohne Anmeldung und ohne Kennwort. Man muss lediglich darauf achten, dass man eine zufällige und willkürliche Adresse benutzt, da schließlich jedermann über die Webseite die Post abrufen kann.

Etwas aufwändiger ist das Verfahren bei Anbietern wie Spam Gourmet oder Mail Expire. Hier kann man festlegen, dass eine Adresse nur für eine bestimmte Anzahl von Mails oder einen bestimmten Zeitraum gültig sein soll. Beide Dienste verlangen eine Registrierung und die Angabe einer echten, gültigen Adresse, an die eintreffende Post weitergeleitet wird.

Schließlich gibt es noch das recht komplizierte Spam-Motel, bei dem man zu jeder Wegwerfadresse Notizen verwalten kann, damit man weiß, zu welchem Zweck eine bestimmte Wegwerfadresse eingesetzt wurde. Damit das funktioniert, muss man allerdings zuerst eine spezielle Software installieren.

Zuerst erschienen in: Sonntagsblick Magazin (CH), 13. Februar 2005


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