Fußnoten vs. Anmerkungen

Sonntag, 13. November 2005, 15.32 Uhr

In de.rec.buecher zitiert Carsten Herrman aus Psyche: Seelencult und Unsterblichkeitsglaube der Griechen von Erwin Rohde (zweite verbesserte Auflage, Freiburg i. B., Leipzig und Tübingen: J. C. B. Mohr 1898) die folgenden »güldenen Worte«:

Es war mir nahegelegt worden, von dem Text die unter ihm stehenden Anmerkungen zu trennen, und diese in einem besonderen Anhang zu vereinigen. Ich habe mich aber nicht entschliessen können, dieser modischen Einrichtung, die mir überall, wo sie mir in Büchern der letzten Jahre begegnet ist, überaus unzweckmässig und der ungestörten Aufnahme des Textes, der sie dienen will, gerade besonders hinderlich erscheinen wollte, bei mir Raum zu geben. Selbständig mitarbeitende Leser werden ohnehin eine Trennung des Beweismaterials von den Behauptungen des Autors nicht wünschenswerth finden. Es hat sich aber, zu meiner besonderen Freude, auch die Theilnahme zahlreicher Leser aus nicht zünftig philologischen Kreisen dem Buche zugewandt, die doch durch die stellenweis etwas abenteuerlich pedantische Breitspurigkeit der unten munkelnden »Anmerkungen« nicht weiter sich in der Aufmerksamkeit auf die helleren Töne des oberen Textes müssen gestört gesehen haben. So habe ich nur eine kleinere Anzahl zu besonderer Selbständigkeit ausgewachsener Anmerkungen in den »Anhang« jedes der zwei Bände verwiesen.


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