Gewichtige Gründe

Mittwoch, 12. September 2007, 13.25 Uhr

Ich bin doch immer wieder erstaunt, wie dumm und begriffstutzig selbst so kluge Leute wie Richard Dawkins sein können:

In meinen Augen beseitigt die Evolution die bei weitem gewichtigsten Gründe, an Gott zu glauben.

sagt er in einem Interview bei Spiegel Online. Als ob Glauben / Nicht-Glauben etwas mit Gründen, gar mit gewichtigen Gründen zu tun hätte. Und als ob die Naturwissenschaften in der Lage wären, Sinnfragen zu beantworten, die sie noch nicht einmal formulieren könnten.


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Aber gerade das halten sie ja für ihre Überlegenheit: »Wovon man nicht sprechen kann …«

Jurij Gagarin, 1961: „Ich habe Gott da oben nicht gesehen.“
So einfach ist das für manche.

Xenophanes schrieb am 12. September 2007, um 17.03 Uhr

Diese Kritik beruht IMO auf einem Missverständnis. Jede Religion stellt eine Menge empirischer Behauptungen auf (etwa über das Alter der Welt oder die Herkunft von Menschen). Religionen erklären natürliche Phänomene gerne mit Hinweis auf göttliche Ereignisse. Da ist es durchaus legitim darauf hinzuweisen, dass es wesentlich bessere Erklärungen für diese Phänomene gibt, man also Gott als Ursache oder Erklärung dafür nicht benötigt.

Der Rest des Interviews lässt Dawkins in diesem Punkt nicht wirklich schlauer wirken. Das klingt alles so, als müsse man einem Gläubigen nur geduldig erklären, dass die Naturwissenschaften die besseren Erklärungen haben und schwupps wird aus dem Kreationisten ein atheistischer Darwinist. Das ist natürlich Unfug – die Welterklärungen der Religionen sind variable Symptome, die bei Bedarf auch veschoben oder ganz fallen gelassen werden können, sie sind nicht conditio sine qua non.