Googles Ostereier: <blink> und <marquee>

Montag, 3. März 2014, 23.11 Uhr

In den wilden Zeiten des World Wide Web taten sich die Browserhersteller immer wieder mit proprietären HTML-Elementen in der Hoffnung hervor, dass ihre Browser dadurch ein überzeugendes Alleinstellungsmerkmal bekommen und dass das W3C ihre Vorschläge als Standard übernimmt. Dazu gehören die beiden Tags <blink> und <marquee>.

<blink> wurde von Mozilla in Netscape eingeführt und sollte dafür sorgen, dass in der Quelltextanzeige einer Webseite falsche und fehlerhafte Elemente durch nerviges Blinken auf sich aufmerksam machen. Der Einsatz des Elements auf Webseiten war ansonsten eher verpönt.

<marquee> ist eine Erfindung von Microsoft und wurde, wenn ich das richtig sehe, mit dem Internet Explorer 2 eingeführt. Das Element sorgt dafür, dass der damit umschlossene Text als Laufschrift im Browser angezeigt wird. Auch diesem Element war kein Erfolg beschieden. Ich kann mich noch an eine Pressekonferenz irgendwann Mitte/Ende der 90er-Jahre erinnern, auf der eine neue Version des IE unter anderem damit angepriesen wurde, dass dieser Browser als einziger das <marquee>-Element korrekt darstelle. Die Antwort der anwesenden Journalisten war spontanes Gelächter.

Bei TN3 findet sich nun der Hinweis, dass Google sich mal wieder einen Scherz erlaubt hat: Wer in Google nach <blink> sucht, bekommt eine blinkende Webseite serviert.

Dadurch inspiriert, habe ich mal in Google nach <marquee> gesucht. Und siehe da, auch hier gibt es ein kleines Osterei: Die Anzeige der Trefferanzahl wird als Laufband angezeigt.*

Die anderen proprietären Elemente wie <spacer> oder <multicol> bewirken in der Google-Suche allerdings nichts. Schade eigentlich.

*Update Nachdem mich mehrere Leute darauf hingewiesen haben, dass die <marquee>-Suche bei ihnen nichts bewirkt, hab ich das noch mal mit verschiedenen Browsern ausprobiert. Und siehe da: das hat nur mit Safari funktioniert, nicht mit Chrome oder Firefox. Dabei scheint es sich um Absicht zu handeln: Im Quelletxt der Ergebnisseite wird in Safari in ein <div class="resultMarquee"> eingeschlossen, bei Firefox nur in ein <div id="resultStats">. Bei Chrome sieht der Quelltext komplett anders aus.

Update 2 Und noch eine Korrektur: Das <marquee>-Osterei taucht nur auf, wenn die Suche über die kombinierte URL-/Suchleiste gestartet wird, nicht von Googles-Webseite. Dann klappt das übrigens auch mit Chrome.