Abgebrochene Lektüre

Samstag, 20. Oktober 2007, 14.55 Uhr | Giesbert Damaschke

Nnormalerweise les ich ja möglichst alles zuende, was ich anfange. Aber je älter man wird, desto stärker muss man mit seiner Lesezeit haushalten. Also breche ich jetzt Rosendorfers Messingherz nach gut 300 Seiten ab und lass die noch folgenden knapp 300 Seiten erstmal ungelesen. Das dümpelt so dahin, es gibt eine ganze Reihe lustiger Szenen und schöner skurriler Einfälle. Kleine Kabinettstückchen, die bei Vorleseabenden sicherlich für angenehme Unterhaltung und ein paar Lacher sorgen. Aber das reicht nicht für einen Roman, schon gar nicht für einen mit 600 Seiten. Die Figuren sind – ach was, jedes Wort zuviel. Gefällige, ganz entsetzlich mittelmäßige Prosa. Etwas für längere Bahnfahren, aber nichts, was man unbedingt weiterlesen möchte. Dabei hatte ich Rosendorfer so positiv in Erinnerung. Allerdings liegt die Lektüre vom Ruinenbaumeister oder dem Großen Solo für Anton auch fast 30 Jahre zurück.


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2 Kommentare zu Abgebrochene Lektüre

Georg schreibt:
28. Oktober 2007, um 11:01

Da sind Sie aber sehr geduldig. Ich breche spätestens nach 20 Seiten ab. Wenn der Autor es bis dahin nicht schafft, mich zu interessieren, wird er es auch später nicht schaffen. Denn so viel Zeit habe ich auch nicht.

Werner schreibt:
28. Oktober 2007, um 12:38

Ich habe mir angewöhnt, bei Büchern von deen ich mir nicht sicher bin ob ich sie lesen werde, einfach die Seite 99 aufzuschlagen und diese zu lesen; bin ich dann interessiert, lese ich das Ganze. Bislang war ich noch nie enttäuscht, der Kniff funktioniert.
Die ersten (oder letzten) seiten zu lesen halte ich für tückisch: Die Autorinnen und Autoren feilen ja ganz besonders an der Eröffnung oder einem (auf Fortsetzungen neugierig machenden) Schluss – und manchmal ist die ganze vorhandene Kunst dann schon verbraucht….