Amazon’s new wireless reading desaster
Dienstag, 20. November 2007, 12.04 Uhr | Giesbert Damaschke
Die meinen das wirklich ernst. Ein potthässliches Gerät mit dem Charme der ersten Taschenrechner wird als neues »wireless reading device« gefeiert und soll, so Amazon Chef Jeff Bezos im Werbevideo, das Lesen so leicht wie möglich machen (»making reading as easy as it can be«).
Dabei reicht ein Blick auf die Werbefotos, um sofort zu sehen, wen Amazon bei der Entwicklung des Kindle zu fragen vergaß: einen Setzer. Die Demoseiten zeigen Buchseiten im Blocksatz ohne Trennung, was unweigerlich zu Schlaglöchern im Text führt. Und genau so liest sich das dann auch.
Der Kindle wird das gleiche Schicksal erleiden wie alle seine Vorgänger: Er wird zeigen, warum das Buch unverzichtbar ist, um danach in seiner Minimarktnische zu verschwinden.
Wie jemand auch nur einen Moment glauben kann, mit so einem Murks das Buch auf seine nächste Evolutionsstufe gehoben zu haben, ist mir schleierhaft.





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2 Kommentare zu Amazon’s new wireless reading desaster
Michael Lorenz schreibt:
26. November 2007, um 20:26
Das gibt Anlaß zu einer alten Frage: wie “verzichtet man ein Buch”?
Giesbert Damaschke schreibt:
26. November 2007, um 20:38
Nicht “ein”, “das”. Korrekt umformuliert heißt es dann “wie verzichtet man auf das Buch?”. Was wiederum leichtlich als Frage nach dem Medium, also dem Gesamtsystem “Buch”, nicht nach einer seiner zufälligen Konkretisierungen in Form eines bestimmten Buches, zu erkennen ist. Also falls man das möchte. Man kann natürlich auch darauf bestehen, es partout nicht verstehen zu wollen.