»Helmstedt!«
Montag, 30. Oktober 2006, 14.52 Uhr | Giesbert Damaschke
Beim Abschied von meinen LPs gab es natürlich auch die ein oder andere Platte, auf die ich ungern verzichtete. Zum Beispiel Heinrich Lübke redet für Deutschland. Pardon verteidigt den Bundespräsidenten.
Doch es gibt gute Nachrichten. Zum einen ist die LP inzwischen als CD erschienen und also wieder problemlos greifbar (wenn mit rund 15 Euro auch heftig teuer).
Zum anderen gibt es eine schöne Webseite, auf der die Originalbeiträge Heinrich Lübkes als Transkript nachzulesen und als MP3-Datei nachzuhören sind. Darunter auch diese Perle vom 17. Juni 1965. Lübke redet zum Tag der Deutschen Einheit im Grenzstädtchen Helmstedt:
Liebe Mitbürger, liebe Jugend!
Ich danke zunächst einmal herzlich für den großartigen Empfang, den mir hier diese Stadt und hier der Marktplatz voller gedicht…, dichter Leute, stehender, dichstehender Leute bereitet hat. Ich darf Ihnen aber auch das eine versichern: Wenn ich dieses Jahr hier zum 17. Juni in, äh – [Pause. Zurufe: Helmstedt!] – hm … Helmstedt spreche… Sie sehen daran, dass es nötig war, wenn ich hier dieses Jahr in Helmstedt spreche, dann ist es mein eigener Wunsch gewesen. [Beifall]
Ich danke auch der Bergkapelle und dem Gesangverein für ihre Darbietungen. Sie sind erhebend für diese Anst…, für diese Veranstaltung, die wir heute hier begehen. Und ich darf wohl sagen, als man das Lied von der Freiheit sang »Freiheit, die ich meine«, da konnte man sich vorstellen, dass damals dem Dichter des Liedes und auch dem Kommu…, Komponisten, dem haben wahrscheinlich, denen haben damals auch die Freiheiten gefehlt, die sie sich wünschten. Und deshalb dieser eindringliche, dieses eindringliche Lied, was eben auch eindringlich gesungen wurde.






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