13. November 2011, 16.04 Uhr | Giesbert Damaschke
Ich habe mal wieder einen Beitrag für das Hyperland-Blog des ZDF geschrieben. Es geht um E-Book-Reader, Dateiformate und den Unfug namens „DRM“:
E-Books: Licht am Ende des Format-Tunnels
Es könnte mit elektronischen Büchern so einfach sein: Die Verlage publizieren die E-Books, die Leser kaufen und lesen sie – und zwar bei einem Händler und auf einem Gerät ihrer Wahl. Doch leider ist es nicht so.
Hier geht’s weiter …
Keine Kommentare |
8. November 2011, 11.34 Uhr | Giesbert Damaschke
Letzteres bildete ein einfach ausgestatteter, auf drei Seiten mit Bücherregalen erfüllter Raum, dessen vierte Seite unter einigen Gemälden und Kunstwerken eine Reihe numerierter, etwa einer Hörrohrmündung ähnlicher Apparate einnahm.
»Dank dem Telefon«, sagte er, »können wir in France-Ville eine Verhandlung abhalten, während jeder Teilnehmer zu Hause bleibt.«
Der Doktor berührte den Drücker eines Anrufglocken-Systems, das gleichzeitig in den Häusern sämtlicher Ratsmitglieder ertönte. In weniger als 3 Minuten verkündete die durch jeden Leitungsdraht zugeführte Antwort: »Anwesend!« daß der Rat versammelt war.
Der Doktor setzte sich nun vor seinen Sprechapparat, klingelte und sagte: »Die Sitzung ist eröffnet. […].«
[…]
Zwei aus jedem Telefon ertönende Glockenschläge meldeten die einstimmige Annahme. Es war jetzt halb 9. Die Sitzung hatte kaum 18 Minuten gedauert und niemand aus seiner Ruhe gestört.
Jules Verne: Die 500 Millionen der Begum (1879). Nach zeitgenössischen Übersetzungen überarbeitet von Günter Jürgensmeier. PDF-Datei. S. 197 f.
1 Kommentar |
6. November 2011, 15.40 Uhr | Giesbert Damaschke
Beim Kindle mit Tastatur soll die Tastenkombination Alt+Shift+G bzw. Alt+Shift+H einen Screnshot speichern. Beim Kindle 4 ohne Tastatur geht das auch, wie ich in den Customer Discussions bei Amazon gelernt habe. Dazu drückt man die Tastatur- und die Menütaste gleichzeitig. Es dauert einen Moment, dann wird der Bildschirm kurz weiß und der Bildschirminhalt landet als 600 × 800 Pixel große GIF-Datei im Ordner „documents“. Das ist eine etwa frustrierende Angelegenheit, da der Kindle den gleichzeitigen Druck nicht immer erkennt und statt einen Screenshot zu speichern das Menü öffnet. [Update 25.11.: Drückt man zuerst die Tastaturtaste und sofort anschließend die Menütaste, funktioniert es sehr viel zuverlässiger als beim Versuch, beide Tasten wirklich gleichzeitig zu drücken.] Mit ein wenig Geduld klappt das dann aber doch:

4 Kommentare |
5. November 2011, 16.36 Uhr | Giesbert Damaschke

Lange genug hat es ja gedauert, aber jetzt hat es mich auch erwischt: Ich habe mir einen Kindle gekauft
. Bislang habe ich E-Books auf dem iPad gelesen. Das iPad hat zwar ein brillantes Display, Apples iBooks-App ist komfortabel und rundum gelungen – allein: das iPad ist einfach zu schwer, als dass man es dauerhaft als elektronisches Buch einsetzen könnte. Für die Lektüre abends auf der Couch oder im Bett mag das hingehen, für unterwegs ist das eher nichts. Das spiegelnde Display tut ein Übriges, um einem die Lust an der digitalen Lektüre zu verleiden. Da hilft es auch wenig, dass man mit dem iPad problemlos im Dunkeln lesen kann.
Der Kindle ist zwar weit davon entfernt, das perfekte Lesegerät zu sein – dazu geht Amazon mit dem Gerät einfach zu viele Kompromisse ein –, aber man kann auf ihm (auch unterwegs) hervorragend lesen: und das ist, so alles in allem, bei einem E-Book-Reader dann doch die Hauptsache.
Nachfolgend nun ein paar mehr oder weniger geordnete Notizen nach einer Woche Erfahrung mit dem Kindle.
Das Gerät
Mit 170 Gramm und den Maßen 16,6 cm x 11,4 cm liegt der Kindle ausgesprochen gut in der Hand und passt in jede Jackentasche. Der Ein-/Ausschalter ist am unteren Seitenrand in der Mitte angebracht und relativ klein, womit das Einschalten des Kindle eine etwas fummlige Angelegenheit wird. Am oberen Rand steht der Schriftzug „kindle“, was mich ein wenig nervt – ich weiß, was ich da in der Hand halte –, aber das kann man wohl getrost zu den persönlichen Idiosynkrasien zählen.
Das Gerät ist zwar aus Kunststoff, fasst sich aber gut an, die Verarbeitung der Tasten (geblättert wird mit Tastendruck) macht einen hinreichend soliden Eindruck, um auf eine lange Lesefreundschaft mit dem Gerät hoffen zu lassen.
Benutzeroberfläche
Mein größter Kritikpunkt am Kindle ist die Benutzerführung, die man wohl als mittlere Katastrophe bezeichnen muss. Neben den Tasten zum vor- und zurückblättern an den Seiten hat der Kindle fünf Tasten: Zurück, Tastatur, Menü, Startseite und das zentrale Cursorpad. Dabei handelt es sich um einen Vierwege-Schalter (rechts, links, rauf, runter, drücken), mit dem der Cursor gesteuert wird.
Möchte man etwa in einem Buch zum Inhaltsverzeichnis springen, muss man viermal drücken: (1) Menü, (2) Cursorpad, um den Punkt „Gehe zu“ auszuwählen, (3) Cursorpad einmal nach unten, um den Punkt „Inhaltsverzeichnis“ zu markieren, (4) Cursorpad, um das Inhaltsverzeichnis aufzurufen. Und das ist noch eine der einfachsten Übungen.
Wirklich lästig wird die Sache, sobald man Text eingeben möchte. Dazu blendet man zuerst die Tastatur über einen Druck auf die entsprechende Taste ein und steuert anschließend mit dem Cursorpad zum gewünschten Buchstaben, der mit einem Druck auf das Cursorpad ausgewählt wird. Buchstabe für Buchstabe, Zeichen für Zeichen. Lange Texte schreibt man damit garantiert nicht. Für die kurze Notiz „Erste Telefonkonferenz in der Literatur?“ (als Anmerkung zu einer Passage in Jules Vernes „Die 500 Millionen der Begum“) habe ich eine gefühlte Ewigkeit benötigt. – Wie ich diese Notiz jetzt vom Kindle auf den Computer bekomme, weiß ich (noch) nicht ;-).
Schön wäre es, könnte man die Sammlungen, in denen man seine Bücher auf dem Kindle sortiert, direkt am Computer anlegen und verwalten, auf dem Kindle geht das zwar, aber es ist doch eine etwas mühselige Aufgabe. Für Windows scheint es da Lösungen zu geben, für den Mac habe ich noch nichts gefunden.
Inhalte
Am einfachsten bekommt man Bücher auf den Kindle, wenn man direkt bei Amazon einkauft. Das geht zwar prinzipiell auf dem Kindle selbst (und auch gar nicht mal so schlecht), sollte man aber besser am Computer erledigen, das ist unvergleichlich viel bequemer.
Eigene Dateien kann man sich entweder per Mail schicken – jeder Kindle-Kunde bekommt eine „kindle.com“-Adresse – oder via USB auf das Gerät in das Verzeichnis „documents“ kopieren. Dazu wird keine besondere Software benötigt, der Kindle wird als externes Laufwerk erkannt. Dateien, die man sich per Mail geschickt hat, erscheinen nach etwa ein oder zwei Minuten wie von Geisterhand auf dem Kindle.
Der Haken: Der Kindle versteht leider kein ePub, sondern setzt auf Mobi. EPub-Dateien müssen also zuerst nach Mobi konvertiert werden, was man etwa mit dem zwar scheußlichen, aber funktionierenden und kostenlosen Programm Calibre erledigt. Calibre kann einem auch das Kopieren abnehmen und die Dateien direkt auf dem Kindle ablegen.
Kleiner Tipp am Rand: Autorennamen nach dem Muster „Vorname Nachname“ sortiert der Kindle blöderweise nach Vornamen. Doch das kann man ändern. Trägt man in Calibre Autoren nach dem Muster „Nachname, Vorname“ ein, zeigt der Kindle sie korrekt als „Vorname Nachname“, sortiert aber nach den Nachnamen.
PDFs kann der Kindle auch anzeigen, ob man die auf dem 6-Zoll-Display allerdings auch lesen kann, hängt davon ab, wie sie formatiert sind. Große Dokumente, die auf A4 ausgelegt sind, sind eine Qual, aber E-Books, die im Taschenbuchformat angelegt sind, lassen sich prima lesen.
Lesen
Alle Kompromisse und Hakligkeiten sind vergessen, wenn man den Kindle so einsetzt, wie er gedacht ist: als Lesecomputer. Das spiegelfreie Display stellt Text gestochen scharf dar, bietet ein angenehmes Kontrastverhältnis und kommt der Lektüre auf Papier sehr nah. Das gilt übrigens nicht für Softwaretastatur, die deutlich ausgefranste Buchstaben zeigt.

Text wird gestochen scharf dargestellt – was für die Tastatur seltsamerweise nicht gilt.
Beim Blättern wird der Bildschirm ganz kurz invertiert und neu aufgebaut, was so schnell geht, dass es bereits nach wenigen Seiten nicht weiter stört.
Die Tasten zum Blättern sind jeweils links und rechts und reagieren leider mitunter etwas sehr leicht. Da kann es schon mal passieren, dass man versehentlich blättert, wo man den Kindle doch nur zur Seite legen wollte.
Die Textdarstellung kann in Maßen beeinflusst werden. Es gibt acht verschiedene Größen, drei Schriftarten (Normal, Schmal, Sans Serif) und drei mögliche Zeilenabstände (Klein, Mittel, Groß). Außerdem kann man die Zahl der Wörter pro Zeile (Wenig, Mittel, Standard) und so die Seitenbreite festlegen.
Text wird generell nicht getrennt und als Blocksatz dargestellt. Das führt natürlich zu Löchern im Text, weshalb die Darstellung zum Flattersatz wechselt, wenn eine Zeile zu große Löcher aufweisen würde. Das funktioniert erstaunlich gut, lässt sich auch problemlos lesen, kommt aber an die Qualität eines guten Buchsatzes natürlich bei weitem nicht heran.

Der Kindle arbeitet mit Blocksatz ohne Trennung, größere Löcher mitten im Text werden durch einen Wechsel zum Flattersatz halbwegs umgangen.
Fazit
Alles in allem bin ich vom neuen Kindle ziemlich begeistert. Das Gerät ist leicht und handlich genug, um es immer dabeizuhaben und bietet mit seinen rund 1,25 GB für meine Zwecke mehr als genug Platz.
Der optimale Reader wäre wohl eine Kombination aus Display, Gewicht und Format des Kindle mit der Benutzeroberfläche und Touchsteuerung von Apples iBooks. Vielleicht überrascht uns Apple ja eines Tages mit dem perfekten Reader. Doch bis es so weit ist, bleibt der Kindle für mich die erste Wahl.
4 Kommentare |
22. Oktober 2011, 14.08 Uhr | Giesbert Damaschke
Neu von mir bei Hyperland – etwas zu Bing vs. Google:
Der Angriff kam aus dem Nichts. Gerade einmal ein gutes Dutzend Jahre ist es her, dass Google zum ersten Mal auf den Rechnern dieser Welt auftauchte. Binnen weniger Jahre fegte der Newcomer die durchaus rege Konkurrenz von Excite über Lycos bis Altavista vom Feld und etablierte sich als die Übersuchmaschine, auf die das World Wide Web gewartet hatte. Heute scheint Google unschlagbar, das ganze Internet sucht mit Google. Das ganze? Nein: Ein Konzern im idyllischen Redmond gibt nicht auf, dem Giganten beharrlich Widerstand zu leisten – koste es, was es wolle.
Hier geht’s weiter …
5 Kommentare |
11. Oktober 2011, 12.19 Uhr | Giesbert Damaschke
Puh, das war knapp. Da korrigiere ich einen Tippfehler auf damaschke.de, ändere hier und da noch ein paar Kleinigkeiten, lade die geänderte Seite wieder hoch – und dann meldet das FTP-Programm einen Verbindungsfehler. Ergebnis: Auf dem Server landete eine Datei mit null Byte. Da ich die Seite direkt auf dem Server bearbeitet und auch keine lokale Kopie mehr hatte, war nicht nur die Arbeit an der Seite, sondern gleich die ganze Seite futsch. Nachdem ich mich aus meiner Schockstarre gelöst hatte, fiel mir der Google Cache ein. Und richtig, dort lagerte eine zwar etwas ältere, aber brauchbare Version, ein paar Handgriffe hier, ein paar Korrekturen da, und die Seite war in aktualisierter Form wieder online. Das ist jetzt das zweite Mal, dass mir der Google Cache eine Menge Arbeit spart. Danke.
1 Kommentar |
10. Oktober 2011, 14.20 Uhr | Giesbert Damaschke
Für das Hyperland-Blog des ZDF habe ich mir mal die Bauernfänger im E-Book-Markt angesehen:
Das elektronische Buch boomt, doch mit dem Erfolg kommen die Trittbrettfahrer, die Anleitungen für angeblich müheloses Geldverdienen mit E-Books verkaufen. Von dieser Seifenblase des schnellen Geldes profitieren jedoch nur die Autoren dieser Ratgeber – denn die Realität sieht nüchterner aus.
Hier geht’s weiter …
Keine Kommentare |
28. September 2011, 9.18 Uhr | Giesbert Damaschke
Die Hyperland-Redaktion bat mich, etwas zu Siegfried Kauders Idee der Internetsperre für Copyright-Sünder zu schreiben. Das habe ich getan:
In München tobt das Oktoberfest, Huub Stevens wird neuer Trainer bei Schalke 04 und viele Menschen warten gespannt auf das iPhone 5. Sonst noch was? Ach ja, Siegfried Kauder. Der CDU-Politiker und Vorsitzende des Rechtsausschusses im Bundestag hat eine Idee: Drei Wochen Internetsperre für Copyright-Sünder. Der Beifall der Musikindustrie ist ihm gewiss. Die liegt der Politik schon seit langer Zeit mit ihren Forderungen nach schärferen Gesetzen in den Ohren.
Hier geht’s weiter …
Update 29.9.: Die aktuelle Entwicklung forderte ein kleines Update heraus: Die größten Kritiker der Elche …
Keine Kommentare |
26. September 2011, 15.26 Uhr | Giesbert Damaschke
Mit theSkynet ist ein neues Projekt zum verteilten Rechnen online gegangen. Bei Hyperland habe ich dazu einen kleinen Blogbeitrag geschrieben:
Während ich diesen Blogbeitrag schreibe, erledigt mein Computer im Hintergrund komplexe Rechenaufgaben und greift den Forschern beim australischen ICRAR ein wenig unter die Arme. ICRAR ist die Abkürzung für “International Centre for Radio Astronomy Research”, einem Gemeinschaftsprojekt der Curtin University und der University of Western Australia zur Förderung der astronomischen Forschung. Diese Forschung besteht zu einem guten Teil aus der Auswertung riesiger Datenmengen, welche die Astronomen mit ihren Radioteleskopen in den Tiefen des Alls sammeln. Die Sache hat allerdings einen Haken: Für die Analyse der Daten werden immense Rechenkapazitäten benötigt. Und an dieser Stelle kommt mein Computer ins Spiel.
Hier geht’s weiter …
Keine Kommentare |
25. September 2011, 12.13 Uhr | Giesbert Damaschke
Ich stelle gerade fest, dass ich noch gar nicht auf Pete Freckeltons DylanRadio.com hingewiesen habe. Dann wird’s aber Zeit. Das Internetradio liefert rund um die Uhr: Dylan, Dylan, Dylan und noch mal Dylan. Dabei schöpft die Site vor allem aus dem riesigen Bootleg-Fundus und bringt so manches Stück, von dem man vielleicht schon mal gehört hat, es selbst aber noch nicht.
Der Stream hat die Adresse
http://stream.dylanradio.com:8016/listen.pls
und kann problemlos in iTunes & Co eingebunden werden.
Keine Kommentare |