Man ist es ja gewöhnt, dass die Presse Karl Kraus notorisch falsch zitiert und als Urheber denkbar dümmlicher Bonmots ausgibt. Doch was sich Hans-Joachim Müller da in der Welt leistet, ist schon bemerkenswert. Da wird nicht nur falsch zitiert – das falsche Zitat ist auch noch völlig unverständlich:
Alles hat man ihm gegeben, damit er sich verausgaben konnte. Und immer war “Familie” um ihn herum. Bis die “Familie”, wie Karl Kraus gesagt hat, einen Beigeschmack von Wahrheit bekam.
Was um alles Welt soll das denn sein? „Familie hat einen Beigeschmack von Wahrheit“? Das ist doch kompletter Blödsinn, da helfen auch die neckischen Anführungszeichen nichts. Natürlich hat Karl Kraus das nie gesagt. Sondern das:
Das Wort »Familienbande« hat manchmal einen Beigeschmack von Wahrheit. (F 237)
bzw. in Sprüche und Widersprüche das:
Das Wort »Familienbande« hat einen Beigeschmack von Wahrheit.
Die 2001 gegründete New Yorker Gruppe Improv Everywhere widmet sich einer interessanten Aufgabe: „Improv Everywhere causes scenes of chaos and joy in public places“. Wie das aussieht, kann man zum Beispiel an der folgenden schönen Szene sehen, auf die ich im Facebook-Feed von Markus Henkel gestoßen bin. In der New Yorker U-Bahn spielte die Gruppe eine zentrale Szene aus Star Wars nach:
Erstaunlich, was man mit CSS3 so alles machen kann: Ein animiertes Sonnensystem, eine exakte Nachbildung der iPhone-Uhr und das Opera-Logo. Alles, ohne eine einzige Grafik einzusetzen. Und natürlich alles ohne Flash. Kleiner Haken: Die Demos funktionieren aktuell nur mit Webkit-Browsern, also etwa Safari und Chrome. Firefox zeigt immerhin das Opera-Logo an, der IE fällt komplett durch.
Bislang galt in Doom, der Mutter aller Ego Shooter, die BFG 9000 als die mächtigste Waffe im Kampf gegen die Monster. Doch dann kam die WM 2010 – und mit ihr die Vuvuzela:
Dirk Schümer empört sich bei FAZ-Net über einen Werbespot aus Österreich. Das Land kenne „keine Höflichkeitsgrenzen mehr“, bejubele eine üble „Hassreklame“, die in anderen Ländern „diplomatische Verwicklungen oder eine Klage vor dem Gerichtshof für Menschenrechte zur Folge“ hätte. Aber mit den Deutschen könne man das ja machen. Schümer ist spürbar in seinem Nationaltstolz gekränkt und weiß gar nicht, wie er seinen Unmut in Worte fassen soll. Den Inhalt des Spots gibt er auch falsch wieder. Hier ist er:
Unerträglich ist da nur die Umrahmung von Saturn. Den Spot selbst finde ich sehr komisch. Aber ich habe ja auch keinen Nationalstolz.
Also manchmal ist Google doch eine richtig praktische Sache. Die Suche nach „WM“ liefert Ergebnisse schneller als jede der einschlägigen, flashverseuchten Webseiten:
Die alten Götter waren tot, jene heiteren, deutlichen und liebenswerten Götter, die man so gern verehrt hatte, weil man wußte, auch in ihren Seelen wohnten der Regungen einige, die den Menschen zu einem Gott und den Gott zum Menschen machten. Sie waren tot, die Popen sagten es .. Aber es war keine Freude bei ihrem Wissen, denn sie sahen, zu ihrem Kummer, daß ein Geist der Weltlichkeit die Inseln der Ägäis durchzog, und mit düsterer Hingabe wühlten die Predigter in den Herzen der Gläubigen, ihnen ein Sünden-Babel zu malen.
Die Kinder der Finsternis (1959):
Es lag ein Bischof tot in einer Mur am Zederngebirge fünf Stunden schon unter strömenden Wolkenbrüchen. Die Mur war hinabgemalmt mit ihm und seinen Karren und seinen Maultieren und seiner Geliebten, unter ihm fort, über ihn hin, als schmettere das Erdreich ihn in den Schlund der Hölle, kurz vor Anbruch der Nacht.
Barbadoro (entstanden 1952; posthum):
Die Elfen schweben über dem Wasser, dachte der Pfarrer, das ist nicht gut. Aberglaube, sagte sein Verstand, er als Gottesmann hatte zu glauben, indessen reimt sich auch Furcht mit Heldentum, wie er von manchem Ritterkreuzträger wußte, der zugab, geschlottert zu haben, bevor ihm die Tat gelang.
Die beiden epochalen Romane Der blaue Kammerherr und Die Kinder der Finsternis wurden übrigens bei Kein & Aber in schönen, gut gesetzten und lesbaren Ausgaben neu herausgebracht. Schade, dass sich niemand zu finden scheint, der den verstreuten Rest des Werks – neben Barbadoro gibt es da noch Gedichte, Dramen, kleine Epen, allerlei Essays und ähnliches, von seinen Brotarbeiten als Gerling-Biograph ganz zu schweigen – sammelt und neu herausbringt.
heute ist der 23. april und dieser eintrag vom 30. märz ist der neueste unter notizen …
ich weiß gar nicht, warum ich damaschke.de noch als eine meiner startseiten habe … nicht so viel twittern, twittern ist zu kurz, zu flach oft auch zu blöd
Abgesehen davon, dass ich verwundert bin, dass außer mir noch jemand damaschke.de als Startseite im Browser eingetragen hat, hat Kuno natürlich recht. Zum Teil wenigstens. Dass Tweets „zu kurz, zu flach oft auch zu blöd“ sind, mag für meine Tweet zutreffen, aber nicht für alle.
Zu Twitter vs. Facebook wollte ich immer schon mal was notieren, aber dazu komme ich derzeit nicht. Womit wir bei dem Punkt sind, bei dem Kuno recht hat: Bei den Notizen herrscht in der Tat eine ziemlich Ruhe.
Es wird also vermutlich auch die nächste Zeit bei den Notizen ziemlich ruhig bleiben. Was nicht heißt, dass mir nicht schon morgen etwas unterkommen kann, das mich zu einem neuen Blogeintrag reizt ;-).