Quatschopf der Woche: Bernd Graff, Süddeutsche Zeitung

Samstag, 8. Dezember 2007, 23.11 Uhr

Bernd Graff ärgert sich über Trolle, blöde Leserbriefe und dumme Forenkommentare. Das weiß er aber nicht. Statt dessen missversteht er seinen diffusen Ärger als luzide Analyse, die er, wir sind hier schließlich unter kultivierten Leuten, prompt als großmächtiges Plädoyer für eine Wissensgesellschaft mit Verantwortung auf Seite eins der Wochenendbeilage der Süddeutschen Zeitung verbreiten muss und die doch nicht mehr zu bieten hat, als einen konfusen Strauß langweiliger Plattitüden, platter Verallgemeinerungen, arbiträrer Funde und einer Handvoll zweifelhafter Zitate zweifelhafter Zeitgenossen wie Norbert Bolz oder Matthias Horx, die ja nun niemand, der noch einigermaßen klar denken kann, auch nur für zwei Sätze wahr-, geschweige denn ernstnimmt. In diesem »Plädoyer« stimmt praktisch gar nichts, nicht die Prämissen, nicht die Beobachtungen und auch nicht die Schlussfolgerungen. Bernd Graff hat es geschafft, fast eine ganze Seite der SZ mit einem ganz erstaunlich konfusen Text zu füllen. Dafür hat er schon mal eine Auszeichnung verdient: Quatschkopf der Woche.


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4 Kommentare zu „Quatschopf der Woche: Bernd Graff, Süddeutsche Zeitung“

Denkste. Er hat schlicht und ergreifend recht.

[...] rechtlich nicht dafür belangt werden kann, wenn man die zunehmend routiniert wirkenden Print-Ausfälle gegen das anonyme Mitmachweb mit dem Wort »bullshit« prägnant zusammenfasst und [...]

[...] sich schwer mit dem Internet, befremdlich schwer. Die jüngste Debatte löste die von einem merkwürdigen Wochenend-Beitrag begleitete Entscheidung der Süddeutschen Zeitung aus, ihre Internet-Foren nurmehr zu den [...]

Herr Graffs Problem ist also nicht, dass er keine Ahnung vom Internet hat. Sein Problem ist, dass er sich damit bei der SZ in bester Gesellschaft befindet. Man muss doch nur den so genannten Online-Auftritt der Zeitung ansehen. Ich sage nur “ePaper”! Weiter daneben kann ein Verlag nicht mehr liegen. Was mir eigentlich egal wäre. Aber zufällig lese ich die SZ seit 30 Jahren und möchte, dass sie mindestens noch 20 Jahre weiterlebt. Bis dahin ist nämlich meine Haltbarkeitsdauer vermutlich abgelaufen. Aber im Ernst: Irgend jemand muss denen, wie ich auf “czyslansky.net” (http://www.czyslansky.net/?p=234) gefordert habe, schnellstens erklären, was Internet ist und wie Zeitungen es nützen müssen, wenn sie überhaupt noch eine Überlebenschance haben sollen. Ein guter erster Schritt wäre, Herrn Graff endgültig in den Ruhestand zu schicken und sich vor allem fortan strikt zu weigern, Texte von ihm zum Thema Internet abzudrucken.