Sechs Theorien zum Ende von Sherlock, Staffel 2

Dienstag, 29. Mai 2012, 0.40 Uhr | Giesbert Damaschke

Das brillante Finale der zweiten Staffel Sherlock lässt ja einige Fragen offen (na gut, mindestens eine: wie um alles in der Welt soll das denn gehen?). Einige Hinweise gibt es ja – Molly, Radfahrer, LKW – aber wie geht das zusammen?

In England hat man sich nach der Erstausstrahlung zu Beginn des Jahres natürlich auch Gedanken gemacht. Die „Mail“ hat die verschiedenen Theorien zusammengetragen und von Experten begutachten lassen: Millions of TV viewers baffled […] (den Rest des Titels habe ich mal weggelassen, der spoilert ein wenig – wie ich überhaupt die Lektüre des Artikels erst dann empfehlen kann, wenn man die Folge gesehen hat). Ich hatte mir übrigens vage so was wie Theorie 4 zusammengebastelt, das scheint mir der offensichlichste Weg zu sein. Aber das will ja nichts heißen.

Wenn man so eine herausragende TV-Krimi-Produktion gesehen hat, dann fragt man sich schon, warum die deutschen Tatort-Autoren zwar einen ausgesucht dummen offenen Brief in schlechtem Deutsch schreiben können, aber nicht eine Tatort-Folge, die auch nur ansatzsweise an Sherlock heranreicht.


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2 Kommentare zu Sechs Theorien zum Ende von Sherlock, Staffel 2

noribori schreibt:
29. Mai 2012, um 12:12

Naja, die 6 Theorien der “Mail“ sind bestenfalls ein Anfang. Noch mehr Hinweise hier in den Kommentaren des Guardian-Artikels: http://www.guardian.co.uk/tv-and-radio/tvandradioblog/2012/jan/16/sherlock-how-fake-own-death
(von dort z.B. der Hinweis, dass man den Puls unterdrücken kann, wenn man einen Gummiball unter die Achsel klemmt. Und mit was spielt Sherlock in Mollys Labor herum? Jawohl, mit einem kleinen Gummiball).

Was mich persönlich interessiert, ist vor allem die Frage: Wer ist Richard Brook? Ich halte es ja für durchaus denkbar, dass dies keine Fake-Identität ist, sondern vielmehr die echte Identität von Jim Moriarty. Der Schauspieler Brook wurde tatsächlich von “Sherlock” gezwungen, eine Rolle als Bösewicht Moriarty zu spielen. Nicht von Sherlock Holmes, sondern von seinem inneren “Sherlock”, also dem bösen Part seiner eigenen gespaltenen Persönlichkeit. Und dieser innere “Sherlock” ist für Brook ununterscheidbar vom realen Sherlock Holmes. Die Angst, die Richard Brook (in einem lichten Moment) vor Sherlock Holmes hat, als ihn dieser mit seiner Freundin antrifft, ist nicht gespielt. Und sie ist auch berechtigt, denn am Ende bringt der innere “Sherlock” den armen Brook/Moriarty um. Sherlock Holmes durchschaut das, der Dialog auf dem Dach macht nur so Sinn. Sherlock Holmes will auf dem Dach Zugang zu Brook/Moriarty/”Sherlock”, um von ihm den Code zu bekommen, der die Killer stoppen kann. Doch “Sherlock” verhindert das, indem er Brook, und damit sich selbst umbringt.

Wie Sherlock Holmes voraussehen konnte, worauf es am Ende hinausläuft, ist wohl das eigentliche Rätsel (weniger, wie er den Sprung überlebt hat). Oder wieviel davon war improvisiert? Sherlock war ja offenbar von mehreren Entwicklungen auf dem Dach völlig überrascht.

Giesbert Damaschke schreibt:
1. Juni 2012, um 17:11

Das mit dem Gummiball ist cool 8-)