Sherlock Holmes und der Fall der sieben DVDs

Mittwoch, 4. Juli 2007, 0.18 Uhr | Giesbert Damaschke

Von 1939 bis 1946 wurden 14 Sherlock-Holmes-Filme gedreht, die unter Freunden des größten Detektivs aller Zeiten Kultstatus besitzen. Sherlock Holmes wurde unvergesslich verkörpert von Basil Rathbone, seinen Freund Dr. Watson spielte Nigel Bruce.

Hierzulande laufen die Filme gelegentlich als Pausenfüller im Fernsehen und mit etwas Glück hat man irgendwann einmal alle vierzehn gesehen. Wer allerdings nicht auf sein Glück vertrauen und die Filme überdies gern auch in der englischsprachigen Originalversion sehen möchte, der ist wie so oft auf DVDs und die Einkaufsmöglichkeiten via Internet angewiesen.

Die Bestellung

Als ich vor einiger Zeit bei Amazon eher zufällig über eine Kassette „Basil Rathbone: Sherlock Holmes. The Definitive Collection“ stolperte, war meine Freude so groß, dass ich die 14 Filme auf sieben DVDs sofort bestellen wollte.

Allerdings gab es da einen kleinen Schönheitsfehler. Amazon verlangt für die aus England importierte Box 75 Euro. Das ist durchaus ein akzeptabler Preis, aber es geht auch billiger. Bestellt man sie als deutscher Amazon-Kunde bei Amazon UK (was problemlos geht), dann werden nur knapp 60 Euro fällig. Zuzüglich Portokosten liegt man dann bei rund 65 Euro und hat gegenüber Amazon Deutschland also rund 10 Euro gespart.

Doch damit nicht genug. Amazon bietet nicht nur Bestellungen im eigenen virtuellen Kaufhaus an, sondern reicht sie auch zu anderen Anbietern durch. In diesem Fall wurde ein amerikanischer Versender aufgeführt, der die in England produzierte Box für rund 39 Euro anbot. Zuzüglich drei Euro Versandkosten landete man also bei 42 Euro und konnte gegenüber dem Amazon-Angebot mehr als 30 Euro einsparen. Der Anbieter hatte eine sehr gute Beurteilung und schien mir seriös genug – also bestellte ich.

Die Lieferung

Das war am 8. Mai. Der Anbieter hatte schon von zwei bis drei Wochen Lieferzeit geschrieben, also rechnete ich nicht damit, allzu schnell in den Besitz der DVDs zu gelangen. Aus den angegebenen zwei bis drei Wochen wurden allerdings vier und erst am 7. Juni bekam ich endlich eine Versandbestäigung: „Wir haben gerade Ihre Bestellung Nummer 736-… gesendet. Sie wird in 7 bis 15 Tage per Luftpost geliefert.“

Mit anderen Worten: Spätestens am 22. Juni sollte das Päckchen aus den USA in München eintreffen. Daraus wurde nichts. Erst am 28. Juni fand ich eine Karte in meinem Briefkasten, die mich darüber informierte, dass meine Lieferung aus den USA beim Zoll auf mich warte. Ich sollte eine Rechnung in zweifacher Ausführung mitbringen, Bargeld bereit halten und innerhalb der Öffnungszeiten meine Lieferung abholen.

Auf eine längere Wartezeit hatte ich mich ja eingestellt, aber dass ich wegen einer einzelnen DVD-Box nun extra zum Zoll musste, überraschte mich doch ein wenig.

Der Zoll

Natürlich liegt das zuständige Zollamt nicht um die Ecke, sondern in den Außenbezirken von München. Nach einer längeren U-Bahn-Fahrt und einem kleinen Fußmarsch erreichte ich das Zollgebäude.

Dort ging alles seinen gemächlichen Gang, die Beamten waren freundlich und gewissenhaft, doch die Einfuhr von DVDs aus den USA scheint erstaunlich viel Papierkram auszulösen. Schließlich erfuhr ich, dass ich nach Bezahlung von Einfuhrzoll und Mehrwertsteuer mein Päckchen mitnehmen dürfte. Ich zahlte rund zehn Euro, schnappte mir meine DVDs, ging zurück zur U-Bahn-Station und fuhr wieder zurück.

Insgesamt dauerte der ganze Vorgang ziemlich genau zwei Stunden.

Bilanz

Insgesamt kam mich die Bestellung doch deutlich teurer als gedacht. Schon rein finanziell war die Aktion nicht sehr erfolgreich. Rechnet man alles zusammen – Kaufpreis, Zoll, Mehrwertsteuer und Fahrtkosten –, habe ich nicht wie geplant knapp 42, sondern gut 60 Euro bezahlt. Also ungefähr so viel, wie für die als zu teuer abgelehnte Bestellung bei Amazon UK und rund 15 Euro weniger als bei Amazon Deutschland bezahlen müsste.

Nimmt man noch die zwei Stunden hinzu, die ich für die Abholung beim Zoll benötigt habe, schlägt das Pendel gar zur anderen Seite aus. Beim nächsten Mal überlege ich mir besser noch einmal, bevor ich wieder ein scheinbar unschlabares Schnäppchen machen will.

Aber jetzt müssen Sie mich entschuldigen. Auf mich wartet ein Wiedersehen mit einigen Sherlock-Holmes-Filme.


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Ihr Kommentar

2 Kommentare zu Sherlock Holmes und der Fall der sieben DVDs

Globally, my dear Watson | Notizen schreibt:
24. August 2009, um 0:23

[...] Update: Wie die Sache ausging, kann man hier nachlesen.  [...]

DVDs im August | Notizen schreibt:
1. September 2009, um 0:10

[...] (1945), The Woman in Green (1945) – Das DVD-Paket mit den 14 Sherlock-Holmes-Filmen habe ich schon etwas länger im Regal stehen. Die Filme haben mit Doyle meist nur oberflächlich etwas zu tun, sind aber [...]