Unbegrenzt leihen = vier pro Monat

Donnerstag, 24. Januar 2008, 13.34 Uhr | Giesbert Damaschke

Vor kurzem habe ich an dieser Stelle erzählt, dass ich jetzt, statt mir DVDs zu kaufen, sie mir lieber bei Amazon ausleihen würde. Dabei machte ich die blauäugige Rechnung auf, das Angebot »unbegrenzt leihen« liefe auf maximal zehn DVDs im Monat hinaus. Da hab ich mich aber ganz schön verschätzt.

Meine Schätzung beruhte auf einer einfachen, aber offensichtlich falschen Rechnung: Wenn wir für eine DVD drei Tage Leihzeit einkalkulieren – zwei Tage für den Postversand hin und zurück, einen Tag zum Ansehen –, dann kommt man im Monat auf 30:3 = 10 DVDs. Später fiel mir ein, dass ich dabei die Wochenenden und Feiertage vergessen hatte und reduzierte für mich meine Prognose auf »maximal sieben bis acht«. Jetzt weiß ich, dass es höchstens fünf bis sechs, im Normalfall aber nur vier pro Monat sind.

Denn die größte Verzögerung kommt nicht von der Post, sondern von Amazon. Dort nämlich braucht man geschlagene zwei Tage, um eine eingetroffene DVD als »zurückgegeben« auszubuchen und einen weiteren Tag, um die nächste DVD rauszuschicken.

Eine DVD, die ich am Montagmorgen beim Briefzentrum in den Briefkasten werfe, und die nach menschlichem Ermessen also am Dienstag bei Amazon eintrifft, wird erst am Donnerstagmorgen ausgebucht. Erst am Donnerstagabend wird die nächste DVD raugeschickt, die dann sehr flott eintrifft, nämlich am Freitagmorgen. Dann kann man sich am Wochenende den Film ansehen, die DVD am Montag zurück schicken und bis zum nächsten Wochenende auf die nächste DVD warten.

Die unbgrenzte Anzahl schrumpft also auf vier, mit etwas Glück auf fünf zusammen. Womit meine Minimalerwartung zwar erfüllt wird, mehr aber wohl nicht drin ist. Es sei denn, ich stocke mein Abo auf die nächste Stufe auf: Für 15 Euro »unbegrenzt leihen«, davon zwei Titel gleichzeitig leihen oder gleich für 20 Euro mit drei gleichzeitig geliehenen Titeln. So müsste man die Verwaltungszeiten wohl einigermaßen neutralisieren und die Leihquote deutlich verbessern können.


Kommentar hinzufügen | Trackback

Ihr Kommentar

9 Kommentare zu Unbegrenzt leihen = vier pro Monat

noribori schreibt:
24. Januar 2008, um 14:26

Ich empfehle die örtliche Stadtbibliothek.

Andre schreibt:
24. Januar 2008, um 16:38

Diese Erfahrung mußte ich leider auch machen. Anfangs gaben sie (=die Amazonen) sich noch Mühe: die ersten DVDs kamen sehr zügig; danach ging’s bergab und hat sich bei 4-5 Stück pro Monat eingependelt. Man gewinnt leider den Eindruck, daß frisch geworbene Neukunden zunächst gut bedient werden, die Frequenz dann jedoch nach & nach (bewußt?) gesenkt wird. (Vielleicht ist alles ja auch nur ein – vorübergendes – logistisches Problem, weil man man der Kundenmassen nicht Herr wird?)

Trozdem macht das bei 4 monatlichen Entleihungen noch immer nur 2,50 pro Film. Das Verfahren als solches ist für den Entleiher mit minimalem Aufwand verbunden. Und vor allem: die Filmauswahl ist konkurrenzlos groß und schlägt jede örtliche Stadtbibliothek (denke ich) um Längen.

Giesbert Damaschke schreibt:
24. Januar 2008, um 16:43

Ja, ich denke auch, dass das Angebot “4 Filme pro Monat für 10 Euro” noch reizvoll genug ist und warte erstmal ab. Vielleicht stock ich das ja tatsächlich mal auf und probier das aus. Ich vermute aber, dass ich mehr als vier Filme ohnehin nicht gucken werde ;-)

Stadtbibliothek ist natürlich auch eine Möglichkeit, sehr viel billiger, aber mit sehr viel geringerer Auswahl und sehr viel unbequemer.

noribori schreibt:
24. Januar 2008, um 18:58

Also die hiesige Bibliothek, die gewiss nicht mit der von München vergleichbar ist, hat mindestens 7000 DVDs. Amazon spricht von etwa doppelt so vielen. Meiner Bibliothek kann ich aber bescheinigen, dass sie keineswegs nur billigen Ramsch einkauft, sondern einen gewissen Anspruch und durchaus auch Interesse an Neuem, Unbekanntem und Kuriosem erkennen lässt. Vielleicht relativiert sich der Zahlenunterschied dadurch ja wieder.

Oft stoße ich auch auf Kaufeditionen mit mehreren Discs, die laut Aufdruck für den Verleih gar nicht zugelassen sind.

Eine Vorbestellung kostet 1.50 EUR, wobei es natürlich sinnlos ist, etwa “Das Leben der Anderen” eine Woche nach der Oscar-Prämierung zu bestellen: darauf wartet man 2 Jahre oder länger, obwohl die Bibliothek 13 Stück davon angeschafft hat.

Den Weg in die Bibliothek muss man natürlich antreten. Und wenn man nicht rechtzeitig nach 2 Wochen abgibt, wird Verzugsgebühr fällig. Mich persönlich stört das aber wenig.

Das Einzige, was für mich wirklich ärgerlich ist, ist der Zustand von einigen DVDs. Manchmal sind sie so zerkratzt, dass man um sein Abspielgerät fürchten muss. Booklets sind oft schon nach kurzer Zeit entwendet. Das alles wäre für mich ein Grund, nach einem Zusatzangebot zu suchen, um dort einige bestimmte DVDs garantiert mint-frisch zu bekommen. Dafür scheint Amazons Flatrate aber auch nicht das Richtige zu sein.

Andre schreibt:
25. Januar 2008, um 9:27

Gut, die Amazon-Filme kommen ohne Booklet und sind – je nach “Anspruch”, d.h. Ausleihvorgängen – oft schon reichlich zerkratzt. Bis jetzt hat mein Player aber alle korrekt abgespielt.

Das Thema Stadtbibliothek ist sicher in Großstädten wie München, Berlin, Hamburg etc. interessant. Ich wohne im Landkreis Wolfenbüttel, und da hat z.B. keine Bibliothek länger als bis 18:00 Uhr geöffnet. Für mich, der in der Woche oft bis 18:00 im Büro sitzen muß, käme also allenfalls der Sonnabend als “Bibliothekstag” in Frage, an dem die Bibliotheken aber geschlossen haben.

Tja, in der “Provinz” braucht man wohl keine Bildung; und Lesen gefährdet ohnehin die (geistige) Gesundheit. Wenn man bedenkt, daß vor 250 Jahren Lessing gleich hier um die Ecke gewirkt hat … wie weit haben wir es gebracht! ;-)

Giesbert Damaschke schreibt:
25. Januar 2008, um 13:13

Als ich noch in Fußnähe vom Münchner Gasteig gewohnt habe, da war ich gelegentlich in der Stadtbücher und hab mir auch das DVD-Angebot angesehen. Hat mich nicht wirklich überzeugt. Jetzt wäre es für mich gar nicht so einfach, zur Bibliothek zu kommen. Wenn ich müsste, ginge das, klar. Muss ich aber nicht ;-)

Major schreibt:
29. Januar 2008, um 4:37

Wenn ich im Monat auf eine DVD zum anschauen komme, ist das schon viel. Leider viel Arbeit und wenig Leben – selbst und ständig halt ;-)

Ein wesentlich schnellerer und bequemerer Weg ist der Abruf von Filmen aus dem Internet, seitdem ich auf WiMaxx (Funk-DSL) umgestiegen bin.

Es gibt klasse Film-Portale, die nicht so eine schlechte Qualität wie Youtube bieten, sondern mit DivX arbeiten und wo fast jeder Film, ob jemals im TV oder als DVD gelaufen, vorrätig ist.

Giesbert Damaschke schreibt:
1. Februar 2008, um 10:37

Schade nur, dass die klasse Film-Portale illegal sind (mal abgesehen davon, dass mein Fernseher nicht online und mein Macbook nicht wirklich zum Filme gucken geeignet ist).

Ansonsten bin ich ja schon froh, wenn ich am WE dazu komme, einen Film zu sehen. Ich könnte gar nicht mehr sehen, selbst wenn Amazon mehr liefern würde 8-)

Notizen - Amazon kann’s doch schneller schreibt:
22. Februar 2008, um 11:58

[...] Korrektur muss angebracht werden: Ende Januar nörgelte ich, dass Amazon beim DVD-Verleihgeschäft zu langsam arbeite, als dass man bei der [...]