Lesetipp: André Meinunger, Sick of Sick?

Samstag, 10. Mai 2008, 19.27 Uhr

Sick of Sick CoverAuf Meinungers etwas unglücklich benamtes Buch Sick of Sick? wurde hier ja schon mal hingewiesen. Inzwischen habe ich es mir zugelegt und gelesen. Der gute erste Eindruck hat sich, trotz einiger Stellen, an denen man dem Autor vielleicht widersprechen möchte, gehalten. Meinunger korrigiert nicht nur zahlreiche Halbwahrheiten, Irrtümer und faustdicke Sick’sche Missverständnisse, sondern plädiert immer wieder angenehm unaufgeregt, aber engagiert, für eine Beschäftigung mit Sprache, die an der Sache interessiert ist, nicht wie bei Sick am Rechthaben, Runterputzen und Herabsehen. In den ersten Kapiteln mutet Meinunger einem linguistisch nicht vorgebildeten Leser mitunter eine etwas starke Dröhnung zu, aber das gibt sich.

Insgesamt hält das Buch, was sein Untertitel verspricht: es bietet einen »Streifzug durch die Sprache als Antwort auf den ›Zwiebelfisch‹«. Gegen das wirrsinnige Geschwätz, das einem in Form des Zwiebelfischs, der Verlautbarungen des durch und durch bescheuerten Vereins Deutsche Sprache e.V. oder eines Machwerks wie der Deutschen Sprachwelt alleweil entgegenschlägt, ist Meinungers Buch eine wohltuende Stimme der Vernunft.

Und wenn ich schon mal dabei bin, kann ich auch gleich das Bremer Sprachblog des Bremer Sprachwissenschaftlers Anatol Stefanowitsch empfehlen, auf das ich im Buch-Umfeld gestoßen bin.