Lissi und der wilde Kaiser

Sonntag, 15. Juni 2008, 2.28 Uhr

Lissie und der wilde Kaiser CoverEigentlich habe ich Bully Herbigs Trickfilm nur am Rand wahr genommen – was ich von Bully bislang kannte, fand ich meist nur mäßig komisch, manchmal auch mehr, aber immer störte mich der pubertäre Hang zu Flatulenzwitzchen und Zoten und, schlimmer noch, das mangelhafte Gespür für’s Timing. Seine Sketche lebten mir einfach zu oft von einem witzigen Grundeinfall, mit dem Bully dann aber nichts rechtes anzufangen wusste. Dann stolperte ich in der epd film über eine ausgesprochen positive Rezension des Films (von, ausgerechnet, Georg Seeßlen) und merkte ihn mir zögernd vor. Seit zwei, drei Tagen liegt nun die Leih-DVD hier herum, heute habe ich mir den Film endlich, aber ohne große Erwartungen angesehen. Ich wurde ausgesprochen positiv überrascht. Schon nach den ersten Sekunden, bevor der Film überhaupt los geht, noch während der obligatorischen Urheberrechtshinweise musste ich ziemlich kichern, um kurz danach wortwörtlich Tränen zu lachen. Der Film ist so herzerfrischend albern, so voller Spielfreude und Witz, so rasant geschnitten und zügig inszeniert und obendrein technisch so gut umgesetzt, dass man ihm die wohl unvermeidlichen Pennälerscherze gerne nachsieht, ja, sie sogar komisch finden kann. Der Film bietet 80 Minuten kurzweilige Unterhaltung, einfallsreiche Pointen und überhaupt ein paar schöne und amüsante Überraschungen. Das stimmt für Bullys Wicki-Projekt gleich wieder hoffnungsvoller (auch wenn dem geplanten Realflm der Charme der 3D-Animation fehlen wird).