Mein erster Apfel

Mittwoch, 9. März 2005, 20.20 Uhr

Nach rund 25 Jahren, die man mit C64, DOS & Windows verbrachte, hat man sich wohl ein wenig Luxus und Bequemlichkeit verdient. Und da ja sonst niemand auf die Idee kommt, habe ich mir zu Weihnachten halt selbst ein Powerbook geschenkt. Ein wirklich feines Teil, sehr zu empfehlen. Nur das Gerücht, ein Mac sei intuitiver und einfacher als andere Computer, sollte man nicht wirklich wörtlich nehmen. Zwar kam ich auf Anhieb damit zurecht, aber ich schleppe auch, s. o., rund 25 Jahre PC-Erfahrung mit mir herum und lasse mich von Erklärungen wie »Greifen Sie über Finder Fenster schnell auf Volumes, Server und bevorzugte Ordner zu«, mit der die schmale, aber leider einzige »Einführung zu Panther« eröffnet wird, nicht ins Bockshorn jagen. Ein Anfänger, bei dem der erste Apple auch gleich der erste Computer ist, wird hier allerdings genau so viel verstehen wie ich bei der Meldung des Airport-Assistenten, die mich ohne weitere Erklärungen kurzerhand darüber informierte, der »Wert für Ethernet-Bridge« dürfe nur »Ja oder Nein betragen«. Zum Glück gibt es das Internet. Hilfsbereite Macnutzer erklärten mir nicht nur, dass an dieser Stelle schon ganz andere gescheitert seien, sondern verrieten mir auch, wie man den Assistenten umgehen und die Klippen der nicht immer ganz trivialen WLAN-Installation umschiffen konnte. Jetzt funkt und funktioniert alles, wie es soll. Wie gesagt, ein feines Teil, das Powerbook. Aber es kann genau so zickig werden wie ein Windows-PC – man muss da nur die richtigen Leute ran lassen.

Zuerst erschienen in: Internet Professionell, 3 / 2005