Mist (1)

Sonntag, 8. August 2010, 20.32 Uhr

„Computer, what is the mist I’m seeing?“
Dr. Beverly Crusher, Remember me

„Computer, was ist das für ein Mist, den ich da sehe?“
Dr. Beverly Crusher, Das Experiment

Ein Kapitel für sich sind die verschwitzen Eindeutschungen, mit denen ein Titel zuverlässig auf Jerry-Cotton-Niveau gebracht wird. Key Largo? Wird zum Hafen des Lasters, auch wenn im ganzen Film kein Hafen vorkommt (ein Laster übrigens auch nicht). Später hat man sich ein wenig besonnen und den Unfug in „Gangster in Key Largo“ abgemildert. Auch nicht gut, aber besser.

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Unverständliche Titel werden generell vermieden und zum Beispiel aus Turk 182! ein eher idiotisches Schlitzohr. Na gut, werden Sie jetzt sagen, aber mit „Turk 182“ kann ein deutscher Zuschauer halt wenig anfangen. Stimmt. Aber da geht es ihm genau so wie den amerikanischen Zuschauern und den Figuren im Film: die verstehen es nämlich auch nicht. Was das rätselhafte Graffito „Turk 182“ bedeutet, wird erst gegen Ende des Films aufgeklärt.

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Wo in Italien Il grande silenzio herrscht, pflastern in Deutschland halt Leichen seinen Weg.

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Vollends skurril wird es, wenn ein englischer Titel wie Rabbit-Proof Fence ins, je nun, eben nicht Deutsche übersetzt, sondern einfach nur englisch umbenannt wird und als The Long Walk Home in die Kinos kommt. Das wollte man dem deutschen Publikum aber auch nicht unübersetzt lassen und hängte also prompt noch „Der lange Weg nach Hause“ an. Das ist beileibe kein Einzelfall, sondern gern geübte Praxis. Da wird aus Bend it like Beckham ein Kick it like Beckham und aus A Man apart Extreme Rage, das zu allem Übefluss auch noch oberneckisch hipp „eXtreme Rage“ geschrieben wird. Die Mean Girls kamen als Girls Club samt Zusatz „Vorsicht, bissig!“ in die Kinos, während die Hobby-Biker der Wild Hogs hierzulande als Born to be wild – Saumäßig unterwegs waren. Einen Platz in der ewigen Bestenliste der seltsamsten Titelumbenennungen aller Zeiten gebührt allerdings dem Film Black Eagle, der in Deutschland die Farbe wechselte und sich als Red Eagle erhob.

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Was auf englisch geht, geht natürlich auch auf französisch. Und so wird aus La Môme ein „La vie en rose“. Kleiner Trost: Der Titel wurde weltweit umbenannt, Edith Piaf wollte man, scheint’s, nirgendwo als „Göre“ sehen.

Wird fortgesetzt.