Mist (3)

Sonntag, 22. August 2010, 8.08 Uhr

„Computer, what is the mist I’m seeing?“
Dr. Beverly Crusher, Remember me

„Computer, was ist das für ein Mist, den ich da sehe?“
Dr. Beverly Crusher, Das Experiment

Machine-Gun Kelly wird partiell entwaffnet und muss nun als Revolver-Kelly sein Unwesen treiben, wenn er nicht einfach als „Raubtier“ die Kinos unsicher macht. White Heat wird im Gegenzug in Maschinenpistolen umgetauft, auch wenn in dem ganzen Film keine Maschinenpistolen auftauchen. Später hieß der Film dann „Sprung in den Tod“. Auch nicht besser, passt aber so halbwegs – nein, passt eigentlich gar nicht. Am Schluss wird nicht gesprungen, sondern in die Luft gejagt: Made it, Ma! Top of the world!

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Bei Tieren gibt man sich nicht immer zimperlich und die Spottdrossel (To kill a mockingbird) wird zur gestörten Nachtigall. Ick hör’ dir trapsen.

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The Man, who loved Cat Dancing war natürlich auch kein Mann, der die Katzen tanzen ließ.

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Aber mit Western haben’s die deutschen Titelgeber eh nicht so. Aus Sam Peckinpah’s Ballad of Cable Hogue wurde einfach ein Abgerechnet wird zum Schluss. Davor haben sie aber, scheint’s, keine Angst und machen weiter und immer weiter und aus der schlichten Fahrplanangabe 3:10 to Yuma (2007) einen Todeszug nach Yuma. Dummes Zeug, klar, aber immer noch nicht so vernagelt wie der deutsche Titel des Originals aus dem Jahr 1957, der hierzulande zu Zähl bis drei und bete verdammt war.

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Welcher Teufel die Titeltexter geritten hat, als sie aus C’era una volta il West/Once Upon a Time in the West ein dämliches Spiel mir das Lied vom Tod machten, möchte man, recht bedacht, dann auch nicht so genau wissen.

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Und wo wir gerade dabei sind: The Glass House ist kein Glashaus, sondern das Haus der Familie Glass. Aber der Titel ist mehrdeutig und gläserne Gegenstände spielen eine gewisse Rolle, da wollen wir mal nicht so kleinlich sein.

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Doch was heißt „nicht kleinlich“? Wir können auch richtig fair sein und zugeben, dass in sehr seltenen Fällen der deutschen Titelei mehr gelingt als dem Original. Die Fearless Vampire Killers haben Polanski nie gefallen, er wollte genau das, was der deutsche Titel verspricht, einen Tanz der Vampire. Und auch bei The Brave One ist der deutsche Titel, wie Jodie Foster gern und oft beteuert, sehr viel passender: Die Fremde in dir.

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Kleiner Exkurs: Laut IMDB heißt „The Brave One“ in Slowenien Neustrasna, was, so Google Translate, Unerschrocken heißen soll. Nichts könnte falscher und dümmer sein, als dieser Titel für diesen Film!

Wird fortgesetzt.


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