Mit Statistik gegen Spam, Viren & Co.

Samstag, 28. Februar 2009, 23.17 Uhr

Keine Frage: die unerwünschten E-Mails haben sich zur Pest im Internet entwickelt. Was früher schlimmstenfalls lästig war, ist heute gefährlich. Nicht nur, weil der überflüssige Mailverkehr die Server überlastet, sondern auch, weil er das Vertrauen in E-Mail zerstört – und das kann sich heute eigentlich niemand mehr leisten. Ohne die elektronische Post könnte nicht nur ich meinen Beruf an den Nagel hängen.Bis vor etwa einem Jahr waren Spam, Viren und andere digitalen Schädlinge, die mir via Internet auf die Platte plumpsten, ein echtes Problem. Ich verbrachte mehr Zeit damit, den Müll zu entsorgen, als mit echter Arbeit. Dass sich die Situation schlagartig verändert hat, verdanke ich Thomas Bayes.

Thomas Bayes war ein englischer Pfarrer und Mathematiker, er wurde 1702 in London geboren und starb 1761 in Tunbridge Wells. Bayes entwickelte den „Satz von Bayes“, der in der Wahrscheinlichkeitsrechnung eine große Rolle spielt. Was der Satz genau besagt, weiß ich nicht (ich schreib das nur aus der Wikipedia ab). Aber was ich weiß: Auf Bayes‘ Arbeiten beruht die wirkungsvollste Waffe, die es derzeit gegen Spam & Co. gibt, die so genannten „Bayes-Filter“.

Normale Spam-Filter suchen nach bestimmten Begriffen und Phrasen und sortieren zum Beispiel alle Mails, in denen sie auf sagen wir ‚mal „Viagra!“ stoßen, in den Müll. Mit solchen simplen Filtern kommt man heute allerdings nicht mehr weit, es reicht schon, wenn der Spammer statt „Viagra“ etwa „V1agra“ schreibt und schon greift der Filter ins Leere.

Hier setzen die die „Bayes-Filter“ an. Statt nach starren Phrasen zu suchen, entscheiden diese Filter anhand statistischer Verteilung von Worten, ob eine Mail Spam ist oder nicht. Zwar müssen sie vom Anwender trainiert werden, doch mit jeder klassifizierten Mail wächst der Textkorpus und damit die Beurteilungsgrundlage der Bayes-Filter an. Schon nach kurzer Zeit erreichen diese Filter eine Genauigkeit von rund 99 Prozent, die üblichen Viagra-Spams werden praktisch sofort erkannt.

Ein Bayes-Filter kann nicht verhindern, dass Sie Spam bekommen, aber er entlastet auf geradezu magische Weise Ihren Posteingang – und das kommt unterm Strich aufs gleiche raus.

Das glauben Sie nicht? Probieren Sie’s aus! Sie brauchen kein teures Zusatzprodukt und sind auch nicht auf die Filter anderer Anbieter angewiesen, sondern müssen lediglich eines der kostenlosen Spamfilter-Programme installieren, die es im Internet gibt.

Ich persönlich arbeite mit „Popfile“. Das Programm ist ein wenig spröde, aber sehr wirkungsvoll. Der Clou: Popfile sortiert bei mir nicht nur den Spam aus, sondern entsorgt auch Viren oder ordnet Pressemitteilungen in einen eigenen „Presse“-Ordner. Etwas einfacher und benutzerfreundlicher ist „K9“, mit dem ich ebenfalls sehr gute Erfahrungen gemacht habe.

Beide Programme arbeiten mit allen POP3-Mailprogrammen zusammen – also etwa mit Outlook oder Outlook Express und sind kostenlos.

Wie gesagt: Unbedingt ausprobieren!

Der „Bayes“-Artikel der Wikipedia

Popfile, der automatische Spamfilter

K9 – kostenloser Spamfilter für Windows


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