Monopoly

Dienstag, 1. September 1998, 15.23 Uhr

Kaum scheint Microsoft in den USA aus dem gröbsten raus zu sein, da plaudert Deutschland-Chef Richard Roy arglos aus, was alle ahnen: »Ein Monopol«, so steckte Roy den Kollegen vom Stern, »zeichnet sich durch hohe Preise, wenig Innovation und geringe Kundenfreundlichkeit aus.« Damit kann er doch nur Microsoft gemeint haben. »Hohe Preise«: Mit Windows 98 will man die Kosten für den verschenkten IE 4.0 durch die kalte Küche wieder reinbringen (»There’s no free lunch« sagen da die Amerikaner) – anders läßt sich der Preis von rund 350 Mark nicht erklären. »Wenig Innovation«: Es ist ein offenes Geheimnis, daß bei Microsoft alle wichtigen Impulse von außen kommen. DOS stammt nicht von Microsoft, Windows erst recht nicht und ohne Netscape gäbe es heute garantiert keinen IE 4.0. »Geringe Kundenfreundlichkeit« – ja, so kann man das auch nennen, was sich etwa MSN geleistet hat: Als Kunde erfuhr man von neuen Versionen nur aus Zufall, die Einstellung des Dienstes las man in der Zeitung und erst kurz bevor das Licht ausgemacht wurde, bekam man endlich offiziell bestätigt, was man schon seit Woche wußte. – Also: Whatch your words, Mr. Roy! Noch laufen in den USA die Ermittlungen.

Zuerst erschienen in: Online Today, September 1998


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