Neckermann, Tchibo und Hawesko!

Mittwoch, 1. Februar 2006, 20.58 Uhr

Seit ein paar Wochen marodiert ein Zeitgenosse mit offensichtlich viel zu üppig bemessener Freizeit durchs Netz und macht sich einen Spaß daraus, meine E-Mail-Adresse in alle möglichen Bestellformulare einzutragen. In den meisten Fällen ist das eine erbarmungswürdig sinnlose Aktion, setzen viele Anbieter von Newslettern und ähnlichen Infodiensten doch Double-Opt-In ein und übernehmen E-Mail-Adressen erst dann in ihre Datenbank, wenn eine Bestätigungsmail vorliegt. Da hat der anonyme Spaßvogel mit dem Aufrufen und Ausfüllen der Seiten also sehr viel mehr Mühe als ich mit dem achselzuckenden Ignorieren der »Bitte bestätigen Sie Ihre Anmeldung«-Mails. Aber ihr, Neckermann, Tchibo und Hawesko, ausgerechnet ihr glaubt auf Double-Opt-In verzichten zu können und beglückt mich neuerdings mit euren Newslettern. Die ich nicht bestellt und nie gewollt habe. Und ihr behauptet frech, ich erhielte diese unerwünschte Post, weil ich meine Mailadresse bei euch eingetragen hätte. Ja, Pfeifendeckel! Gar nichts hab ich eingetragen. Ich kann euch nur raten, eure Informationsangebote schleunigst zu überarbeiten und Double-Opt-In einzuführen. Die Zusendung unerwünschter E-Mails ist hierzulande nämlich verboten. Nun bin ich dem irregeleiteten Zeitgenossen, der glaubt, mich mit dergleichen ärgern zu können, ja dankbar, dass er mich mit Stoff für Kolumnen und Glossen versorgt. Doch aufgepasst und aufgemerkt! Nicht jeder Zeitgenosse ist so langmütig wie ich.

Zuerst erschienen in: Internet Professionell, 2/2006