Neulich im Kino

Sonntag, 29. Februar 2004, 15.57 Uhr

Das ist auch eine von den Gewohnheiten unserer modebewußten Pariser, ins Theater zu kommen, wenn das Theater bereits begonnen hat. Die Folge davon ist, daß der erste Akt vorübergeht, ohne daß die bereits angekommenen Zuschauer das Stück sehen oder hören, sondern die ankommenden Zuschauer eintreten sehen und nichts hören als den Lärm der Türen und Gespräche.

[…]

„Pst!“ zischte das Publikum.

Die beiden jungen Leute setzten ihr Gespräch fort, ohne den Anschein zu haben, sich im mindesten von der Welt um den Wunsch zu bekümmern, die Musik zu hören, den das Parterre zu hegen schien. […] „Ruhe jetzt!“ rief das Publikum. […] „Ist jetzt endlich Ruhe!“ rief zum drittenmal das Parterre.

Diesmal war die Schilderhebung so mächtig, daß die beiden jungen Leute endlich merkten, daß sie es waren, an die sich das Publikum wandte. Sie kehrten sich einen Augenblick um, um in dieser Menge den Mann zu suchen, der die Verantwortlichkeit dafür hatte, was sie für eine Unverschämtheit hielten, aber niemand wiederholte die Aufforderung, und sie kehrten sich der Bühne zu.

Alexandre Dumas, Der Graf von Monte Christo

(Zuerst in meinen ersten Blog-Gehversuchen, dem Großen Mülleimer)


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