Nicht kleckern, klotzen!

Dienstag, 1. Dezember 1998, 15.33 Uhr

Computer kosten Geld. Nicht mehr so viel wie vor ein paar Jahren, aber genug, um nach Auto und Urlaub das größte Loch ins Familienbudget zu reißen. Schön, daß es da bewährte Faustregeln für den wohlbedachten Computerkauf gibt. Schade nur, daß die nicht (mehr) stimmen. Die beliebteste und fatalste ist die hier: »Wer seinen Computer überwiegend für Büroarbeiten einsetzt, der braucht nur eine Minimalkonfiguration.« Das klingt beruhigend vernünftig, ist aber nur ein angestaubter Unfug aus einer Zeit, in der Arbeitsspeicher teuer, Festplatten klein und Programme noch nach »Grafik« und »Text« unterschieden wurden. Heute ist RAM spottbillig, sind 4-GByte-Platten Standard und dank Windows alle Programme, eine grafische Anwendung, ganz gleich, ob Sie Monster metzeln oder Texte schreiben. Viel hilft viel: Geben Sie sich nicht mit lächerlichen 32 MByte zufrieden, nehmen Sie mindestens 64, besser noch 128 MByte. Denn dann erreichen Sie einen Punkt, an dem die schiere RAM-Quantität in eine dramatische Steigerung der Arbeitsqualität umschlägt und Windows zu einem wirklich funktionierendem Point-Click-Action-System wird, das ihren Schaffensdrang nicht mehr mit einer Eieruhr ausbremst. Wenn Sie sich also demnächst einen neuen Rechner zulegen – denken Sie dran: Nicht kleckern, klotzen.

Zuerst erschienen in: Online Today, Dezember 1998


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