Niemand liest Harry Potter

Dienstag, 13. März 2007, 15.10 Uhr

Bestseller, die man nicht kauft, um sie zu lesen, sondern um beim täglichen Small-Talk mittun zu können, sind keine Erfindung der Neuzeit. Schon 1752 reimte Lessing angesichts der Klopstock-Manie der Feuilletons (die damals noch nicht so hießen):

Wer wird nicht einen Klopstock loben?
Doch wird ihn jeder lesen? Nein.
Wir wollen weniger erhoben
Und fleißiger gelesen sein.

Daran hat sich bis heute nicht viel geändert. Eine aktuelle Studie hat 4.000 Briten nach ihren Buchkauf- und Leseverhalten gefragt. Mit dem erwartbaren Ergebnis: man kauft Bücher, weil sie, warum auch immer, gerade angesagt sind. Gelesen werden diese Neuerwerbungen eher selten. Und wenn, gibt man mittendrin auf. Das gilt auch für solche Überbestseller wie Harry Potter:

Die höchste „Abbrecherquote“ erreichte dabei das vielfach preisgekrönte Debüt Vernon God Little (deutsch: Jesus von Texas) des amerikanischen Autors DBC Pierre, dicht gefolgt von Harry Potter und der Feuerkelch von Joanne K. Rowling. Fast jeder dritte Leser bleibe bei dem Bestseller auf der Strecke.

Auf Platz drei findet sich übrigens, wenig überraschend, Ulysses. Die Top 10 der nicht-gelesenen Bücher und einige andere statistische Nichtleserdaten findet man bei Spiegel Online.


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Fr.Hummel schrieb am 24. März 2007, um 1.46 Uhr

Also das kann ich mir nicht erklären ich hab jedes HP Buch mindestens 5x durchgelesen