Online-Paranoiker

Dienstag, 24. Juni 2008, 2.21 Uhr

Paranoiker wohin man schaut: In den Foren bei Xing kann man (ich hab das wohl übersehen) einstellen, dass bei einer Antwort die Zitat-Funktion deaktiviert ist. Dann bekommt man diesen Text angezeigt:

Der Autor des Ursprungsartikels möchte nicht, dass seine Texte in Suchmaschinen auffindbar sind. Deshalb ist das Zitieren des Ursprungsartikels nicht möglich. Bitte beschränken Sie sich bei der Nennung des Namens auf den Anfangsbuchstaben.

Das passiert mir mittlerweise in gefühlten 9 von 10 Fällen, in denen ich eine Frage hätte beantworten können. Aber wenn ich die Frage nicht (automatisch) zitieren kann, heißt das bei Xing: Zurück zur Ausgangsseite, Frage markieren und kopieren, Namen des Fragers merken (bzw. dessen Initialen), nocheinmal auf „Antwort“ klicken, manuell ein „XY hat geschrieben“ eingeben, das Zitat aus der Zwischenablage einfügen, den eingefügten Text als Zitat markieren, um dann endlich meine Antwort zu tippen.

Dann halt nicht.


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Mag sein, dass es dich einfach ärgert, nicht direkt zitieren zu können. Das kann man ja ganz einfach trotzdem tun, mit Copy&Paste und einem > vor dem Zitat. Den Namen des Zitierten schreibt man dann einfach nicht aus oder macht irgendwo statt eines Buchstaben ein * hinein.

Ich sehe aber einen ganz anderen Aspekt dabei: Diese Menschen täuschen sich 1. meines Erachtens darüber, wie öffentlich sie in Wirklichkeit sind. Wer sich im Internet darstellt, muss auch damit rechnen, findbar zu sein. Er will es ja sogar. ‚Wasch mich, aber mich nicht nass‘ funktioniert auch hier nicht. 2. Verschenken sie meines Erachtens eine gute Möglichkeit des Selbstmarketing.

In den hervorragenden Interviews von Klaus Eck im http://pr-blogger.de schreiben mehrere Interviewte, was ihnen das XING-Profil in punkto Selbstmarketing und Findbarkeit im Internet gibt. Ich veröffentliche auch gezielt Profile im Netz.

Mit der Nicht-Zitierbarkeit auf XING ist man zwar immer noch als Person findbar, aber wesentliche Zugriffsmöglichkeiten sind eingeschränkt. Ich hatte diese Funtkion bis vor relativ kurzer Zeit versehentlich aktiviert. Seit ich das freigegeben habe, verzeichne ich täglich Zugriffe auf mein XING-Profil von extern.

Manchmal ist mir auch ein bisschen unbehaglich bei dem Gedanken, wer mich wo und wie leicht überall im Netz findet. Andererseits merke ich, dass mit dem Steigen meiner Bekanntheit und meiner immer wachsenden Vernetztheit auch meine Umsätze hochgehen. Ich kann das nicht genau quantifizieren, merke aber einen direkten Zusammenhang.

Es macht halt schon Sinn, Dinge mit System zu tun, statt willkürlich und emotionell an irgendeiner Stelle zu flicken, in der Hoffnung, auf diese Weise etwas zu kontrollieren, was sich gar nicht kontrollieren lässt. So, als ob man mit voller Adresse im Telefonbuch stünde, aber nicht mit der Nummer. Oder so ähnlich…