P. D. James, Was gut und böse ist

Sonntag, 30. April 2006, 20.27 Uhr

Nach Opernball der zweite Roman aus der SZ-Krimibibliothek – und ein zweites Mal ein Totalreinfall.

Was für ein seichtes Gebrabbel! Die Figuren sind tote Plastikpuppen, denen die Dialoge als längliche Papierstreifen aus dem Mund hängen und die als Bekleidung diverse Notizzettel mit ihren jeweiligen Eigenheiten und Merkmalen tragen. Aufgebläht wird die völlig leblose Prosa durch allerpeinlichstes küchenpsychologisches Brimborium.

Auf Seite 88 beginnt Abschnitt sieben des ersten Kapitels. Da habe ich kurz inne gehalten, mich gefragt, ob ich wirklich weitere 420 Seiten von dieser staubtrockene Nullität lesen möchte, habe diese Frage mit einem klaren »Nein« beantwortet und das Buch wegen Langeweile und dem akuten Gefühl der Zeitverschwendung zugeklappt.

Um mich statt dessen endlich Walter Moers‘ Rumo oder die Wunder im Dunkeln zuzuwenden. Eine rundum erfreuliche Erfahrung. Das Buch ist bereits nach 20 Seiten aufregender und einfallsreicher ist, als es P. D. James je werden wird.