PDA vs. Papier

Freitag, 18. März 2005, 12.00 Uhr

Kürzlich ist es passiert – eine unachtsame Bewegung und mein ständiger digitaler Begleiter, ein „Sony Clie T675C“ segelte in hohem Bogen vom Tisch auf den Boden. Das macht dem normalerweise nichts aus und er hat auch schon so manchen Sturz überstanden, aber dieses Mal stürzte er aus größerer Höhe auf einen Steinboden. Vielleicht hätte ich ihn nicht am Tresen meiner Lieblingskneipe aus der Tasche ziehen sollen, aber andererseits – wozu hat man einen PDA, wenn man ihn nicht überall und jederzeit einsatzbereit hat? Schließlich ist der ja genau dafür gedacht. Die besten Ideen kommen einem unter Umständen beim entspannten Feierabend-Bier, wenn man eigentlich an etwas ganz anderes denkt oder mit anderen die jüngsten Fußballergebnisse diskutiert (ich sage nur : Bayern vs. Schalke!).

Wie gesagt, heruntergefallen ist mir mein PDA schon häufiger, kaputt gegangen ist er noch nie. Auch dieses Mal hat er den Sturz im Großen und Ganzen heil überstanden und ist nach wie vor einsatzbereit. Doch dieses Mal brach oben rechts ein Stück der Stifthalterung heraus, was zur Folge hat, dass ich den PDA nun nicht mehr so sorglos mit mir herumtragen kann wie früher, sondern immer darauf achten muss, dass ich den Stift nicht verliere (ohne den ist das Gerät schließlich nicht mehr zu gebrauchen).

Da kommt man dann schon mal ins Grübeln, ob ein elektronischer PDA wirklich so ein großer Fortschritt ist. Früher hatte ich einen handlichen Papierkalender, ein schickes Lederringbüchlein im A6-Format. Natürlich kann man ein klassisches Notizbuch nicht mit Outlook & Co. abgleichen, um seine Termine, Aufgaben und Adressen jederzeit dabei zu haben. Andererseits – braucht man das wirklich? Oder hat man dergleichen nicht auch auf dem Notebook, das man bei Business-Trips ja ohnehin dabei hat.

Und schließlich hat ein Papiernotizbuch auch unleugbare Vorteile. Mein Ringbüchlein konnte mir auch aus noch so großer Höhe auf noch so hartem Boden knallen, ohne dass man mehr bemerken konnte als allenfalls eine leichte Schramme im Leder. Wenn ich einen Stift verloren oder vergessen hatte, unterwegs aber einen Termin oder eine Aufgabe notieren musste, dann fand sich immer ein freundlicher Zeitgenosse, der mir einen Kugelschreiber leihen konnte (finden Sie mal unterwegs jemanden, der Ihnen mit einem PDA-Eingabestift aushelfen kann!). Und last, not least: Das gute alte Papiernotizbuch ist schneller und flexibler als ein PDA. Man kann mal eben rasch etwas auf eine Seite kritzeln oder einen Wegplan skizzieren, ohne sich mit Handschriftenerkennung oder Malprogrammen herumzuärgern.

Ich glaube, ich werde das Wochenende nutzen, und mir Gedanken darüber machen, wie das Match PDA vs. Papier ausgehen könnte und mich auf die Suche nach meinem Ringbuch machen, das ich seinerzeit ausgemustert habe. Wer weiß – vielleicht steige ich ja wieder um auf Papier. Manchmal sind die alten Methoden vielleicht doch die besseren.


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2 Kommentare zu „PDA vs. Papier“

[…] gut einem Jahr (genauer: am 18. März 2005) ging es an dieser Stelle um das Thema PDA vs. Papier: Welche Vorteile bietet ein digitaler Begleiter wie ein Palm oder Pocket-PC im Vergleich zum […]

[…] gut einem Jahr (genauer: am 18. März 2005) ging es an dieser Stelle um das Thema PDA vs. Papier: Welche Vorteile bietet ein digitaler Begleiter wie ein Palm oder Pocket-PC im Vergleich zum […]