Pieps, Peeps, Peyps!

Sonntag, 15. August 2010, 18.19 Uhr

[UPDATE 4.1.12: Die weiter unten erwähnten Ausgaben des Samuel Pepys Magazins gibt es nicht mehr bei Zweitausendeins. Aber mit Erlaubnis des Verlags bei mir: Die Pepys-Magazine zum Download bei damaschke.de]

Time flies – seit dem 28. Februar liegt im Blog ein Entwurf herum, der folgendermaßen beginnt:

Eine verlegerische Großtat ist zu vermelden: Haffmans & Tolkemit, der, wenn man so will, Nachfolger des Haffmans-Verlages, hat sich einmal so richtig angestrengt und eines der tollsten englischen Bücher erstmals vollständig in einer deutschen Ausgabe herausgebracht.

Gemeint waren und sind die Tagebücher des Samuel Pepys (1633 bis 1703; gesprochen übrigens: Pieps), die dieser zehn Jahre lang – vom 1. Januar 1660 bis Ende März 1669 – geschrieben hat. Diese Tagebücher sind legendär (und wegen ihres freizügigen Inhalts auch berüchtigt). Zu dieser Legende wollte ich seinerzeit ein paar Worte verlieren, aber jetzt zitiere ich einfach mal die Wikipedia:

Pepys’ Tagebuch erlaubt einen unverstellten Blick auf den Alltag im London des ausgehenden 17. Jahrhunderts und in die Psyche eines Menschen jener Zeit. Darüber hinaus ist es eine herausragende Quelle zu bedeutenden Ereignissen der Restaurationsepoche, etwa zur Rückkehr König Karls II. zur Großen Pest von 1665 oder zum Großen Brand von London im Jahr darauf. […] Der besondere Reiz des Werks besteht darin, dass sein Autor – unverfälscht und frei von politischen wie privaten Rücksichten – Staatsaktionen am Hof und im Marineamt ebenso abhandelt wie alltägliche Erlebnisse. Die Krönungsfeierlichkeiten für den aus dem Exil zurückgekehrten König Karl II. stehen neben Schilderungen von Pepys’ Liebschaften und den Streitereien mit seiner Frau Elisabeth. Betrachtungen über Krieg und Außenpolitik gibt der Autor mit ebenso lebhaftem Interesse wieder wie Berichte über Theaterbesuche und Hinrichtungen, Lektüre, Klatsch und Tratsch, Stimmungen im Volk, Moden, Speisepläne, Preise und vieles mehr.

Kurz: Pepys’ Tagebücher sind ebenso kurzweilig wie lehrreich, ebenso amüsant wie spannend, ein rares Kleinod der Literatur. Und dieses Kleinod wird nun erstmals vollständig auf deutsch vorliegen – bislang gab es nur mehr oder weniger umfangreiche Auswahlausgaben.

Die rund 4.500 Seiten erscheinen in neun Bänden plus einem Begleitband bei Zweitausendeins. Bis zum 25. August gilt noch der Subskriptionspreis von knapp 130 Euro, danach kosten die Ausgabe knapp 170 Euro – so oder so ein Schnäppchen.

Begleitend zur Ausgabe gibt es ein Pepys-Magazin als PDF-Datei, von dem derzeit drei Ausgaben vorliegen. Das Magazin kann jedem nur lebhaft empfohlen werden:

  1. Über Samuel Pepys. Wer war Samuel Pepys? Die Tagebücher des Samuel Pepys. Ein unverwechselbares Ich von Robert Stevenson. Peeps, Peppies oder Pipes?
  2. Fragebogen. Die Samuel Pepys Chronik. Die erste Tasse Tee. Ein Besuch in der Bibliotheca Pepysiana.
  3. Karten. Pepys A–Z mit Personenverzeichnis und Sacherläuterungen. Lingua franca – Deutsch, Entschlüsselung des erotischen Vokabulars.

Christian Koellerer weist in seinen Notizen zudem auf ein lesenswertes Interview mit dem Verleger Gerd Haffmanns hin: Gerd Haffmans über den „Alterswahnsinn“, das ganze Tagebuch des Samuel Pepys erstmals vollständig auf deutsch zu bringen.


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[…] 25. August begann 2001 mit der Auslieferung der Pepys-Ausgabe, pünktlich am 26. August traf mein Exemplar ein. Die Ausgabe besteht aus neun Bänden plus einem […]

Lieber Herr Damaschkle,
Ihre Links zu den PDF-Magazinen laufen leider ins Nirwana. Wo kann man die Magazine noch bekommen?

Ah, das ist bedauerlich, die scheinen komplett gelöscht worden zu sein. Ich habe die drei PDF-Dateien seinerzeit gespeichert. Vielleicht erlaubt mir der Verlag ja, dass ich die zum DL bereit stelle. Muss ich mal nachfragen.

[…] drei üppig bebilderten und sehr schön gestaltenten Magazinen im PDF-Format begleitet. Bei meinem Blogeintrag anlässlich des Erscheinens der Ausgabe verlinkte ich auch diese drei Dateien. Jetzt teilte mir […]