Post von der "Nigeria-Connection"

Mittwoch, 11. Mai 2005, 16.29 Uhr

Kaum ein Tag vergeht, an dem mir nicht eine englische E-Mail ins Postfach plumpst, die mit der Betreffzeile „Confidential“ oder „Business Opportunity“ auf sich aufmerksam machen will. Darin geht es immer um riesige Geldbeträge – meist Erbschaften, manchmal aber auch Lotto-Gewinne – die aus einem meist afrikanischen Land geschafft werden sollen, bevor die jeweilige und natürlich durch und durch korrupte Regierung das Geld unrechtmäßig an sich bringt.

Der angebliche Absender gibt sich regelmäßig als der rechtmäßige Besitzer der enormen Summen aus (es geht immer um mehrere Millionen) und wendet sich ausgerechnet an mich, weil ich ihm als besonders vertrauenswürdig empfohlen worden sei. Wenn ich nun bei der illegalen, aber ehrenhaften Aktion behilflich sein sollte, dann winke mir ein prozentualer Anteil von mehreren hunderttausend Dollar für meine Mühe.

Diese Mails sind meist sehr umfangreich und lassen einen nicht enden wollenden Wortschwall auf den Leser los. Unterm Strich geht es dann immer darum, dass der Empfänger, also in diesem Fall ich, Geld auf ein Konto überweisen soll. Die Begründungen sind unterschiedlich, häufig wird behauptet, man brauche das Geld zur Bestechung irgendwelcher Beamter oder dergleichen, um anschließend an den ungeahnten Reichtum zu gelangen, der auf irgend einem Konto festliegt oder auf andere Weise dem aktuellen Zugriff entzogen ist (sonst könnte man sich ja fragen, warum der Empfänger Geld überweisen soll, wo es doch er ist, der angeblich Geld bekommen soll).

Wie gesagt, dergleichen findet sich regelmäßig in meinem Postfach und ist fast nur ärgerlich. Aber kürzlich fiel mir die erste deutschsprachige E-Mail der „Nigeria-Connection“ in die Hände – und die ist so komisch, dass ich Sie Ihnen nicht vorenthalten will, Sie finden sie als humoristischen Ausklang am Schluss des heutigen Newsletters.

Doch erst die Arbeit, dann das Vergnügen: Zuvor möchte ich Sie auf drei wichtige Informationsseiten zu diesem Thema – das offiziell übrigens „Vorauszahlungsbetrug“ heißt – hinweisen. Denn auch wenn man meinen sollte, dass diese Mails so offensichtlich plumpe Betrugsmanöver sind, so ist doch niemand davor gefeit, auf sie hereinzufallen – selbst Bankangestellte nicht, die es doch eigentlich besser wissen sollten. So gelang es vor einiger Zeit einem Bankkunden, mit nichts als einer Mail der „Nigeria Connection“ als Sicherheit einen größeren Kredit ausgezahlt zu bekommen.

Wenn Ihnen also demnächst jemand etwas von einem tollen Geschäft erzählt, das ihm jemand per E-Mail vorgeschlagen habe, dann verweisen Sie ihn einfach auf diese drei Adressen:

Informationen des Auswärtigen Amtes

E-Mails mit kriminellen Absichten (Informationen von der TU-Berlin)

Was ist die Nigeria-Connection? Mit vielen Beispielen.


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