Qiro

Samstag, 2. September 2006, 22.04 Uhr

Mit Qiro macht die Telekom einen auf jung, hipp und strunzblöd. Qiro ist eine lokale Suchmaschine für mobile Endgeräte, für diejenigen, die zu gestört sind, einfach Ihre Mitmenschen nach der nächsten U-Bahn-Station oder der nächsten Apotheke zu fragen und die sich statt dessen von Qiro sagen lassen müssen, wo sie hinwollen.

Das mag als Idee gar nicht mal so schlecht sein, die Präsentation im Netz ist ein mittlere Katastrophe. Da wird gnadenlos geduzt, mit diversen Buzzwörtern geschwurbelt, eine Mensa kurzerhand zur Location und überhaupt in einem derart hilflosen Deutsch durch die Gegend geholpert, dass man fast schon Mitleid mit den Machern bekommt. So also stellen sich die Krawattenträger der Telekom ihr jugendliches Zielpublikum vor.

Manchmal wechselt die Site auch plötzlich zum Sie, besser wird es damit aber auch nicht:

Buddies finden, Locations suchen und den Abendplanen. Wie das geht?

Hier finden Sie alle Infos.

Dass ein Mensch, der einen Satz wie

mit Qiro weisst du sofort, wo sich der nächstgelegene Kultur- genuss in deiner Umgebung befindet!

nicht nur von der Rechtschreibreform verwirrt wurde, sondern natürlich weder von Kultur noch von Genuss etwas weiß, sei nur am Rande vermerkt.

Stichwort Rechtschreibung: Eigentlich müsste Qiro ja mit einem u geschrieben werden, aber der Name Quiro war schon weg. Lustigerweise stößt man unter www.quiro.de ebenfalls auf eine Suchmaschine, die keck behauptet The internet starts here, aber außer einigen vergammelten Nachrichten nichts zu bieten hat.

Eine Geistersite also, durch deren Ruinen der digitale Wind pfeift, und ein Menetekel für Telekom-Manager.


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