Regelupdate

Freitag, 12. Mai 2006, 15.27 Uhr

Nicht nur das Bundesministerium für Gesundheit glaubt bestimmen zu können, wer auf ihre Webseiten linken darf und wer nicht. Jörg-Olaf Schäfers machte mich darauf aufmerksam, dass auch der ADAC mit einer reichlich abstrusen „Link-Policy“ aufzuwarten weiß:

Unter bestimmten Voraussetzungen gewährt der ADAC das nicht übertragbare Recht, die ADAC-Website in der Weise zu nutzen, dass ein Link auf die Homepage (http://www.adac.de oder http://pda.adac.de) gesetzt wird.

Das Einverständnis zur Linksetzung muss im voraus per Mail an mailto:adac-online@adac.de eingeholt werden. Der ADAC behält sich vor, die Seiten, auf denen der Link gesetzt werden soll, zu prüfen. Das Recht zum Setzen eines Links kann formlos (per Mail) erteilt und jederzeit formlos widerrufen werden. Der Link muss zu einem vollständig neuen Laden der Seite, auf die verwiesen wird, führen.

[…]

Sollte sich der Inhalt der Seiten, die den genehmigten Link erhalten, grundlegend ändern oder soll der Link innerhalb des Einflußbereichs des Antragstellers an einer anderen Stelle angebracht werden, ist das Recht auf Verlinkung erneut zu beantragen.

Für Internet-Seiten mit illegalen, anstößigen, irreführenden, diffamierenden oder nicht jugendfreien Inhalten ist eine Verlinkung in keinem Fall erlaubt.

Doch damit nicht genug – auch die Fraunhofer-Gesellschaft möchte über eine »Linking Policy« bestimmen, wer linken darf und wer nicht, genauso wie das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information oder die Awards der ausgezeichneten Messeauftritte.

Und so weiter und fort – bei diesem Unfug scheint es sich um eine Art Virus zu handeln, der nichtsahnende Websitebetreiber befällt.

Ein besonders schönes Exemplar findet sich übrigens bei der Wasserfilterfirma Brita.